Seit Januar 2017 werden in Deutschland nahezu ausschließlich Legehennen mit intakten Schnäbeln eingestallt. Dabei ist die Gestaltung der Junghennenaufzucht ein entscheidender Faktor für das Gelingen der späteren Legeperiode. Spezialrechtliche Regelungen für die Aufzucht von Junghennen – insbesondere auch zur Besatzdichte – fehlen bisher allerdings. Auf Grundlage planimetrischer Untersuchungen und praktischer Erfahrungen hat sich die Fach-AG Legehennen des Tierschutzplans Niedersachsen einvernehmlich auf eine Besatzdichte von 18 Junghennen / m² nutzbarer Fläche geeinigt. Auf dieser Basis wurde ein Verordnungsentwurf des Bundesrates zur Schaffung einheitlicher Anforderungen an die Junghennenaufzucht verabschiedet (Drucksache 403 / 16 vom 4. Nov. 2016), der allerdings bis heute nicht umgesetzt ist. Stattdessen werden seitens der Geflügelwirtschaft auf Bundesebene 32 kg / m² nutzbarer Fläche diskutiert.

Autorinnen:
E. Moors, S.Petermann
Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES)
Tierschutzdienst (Dez. 33)
Röverskamp 5
26203 Wardenburg

Effekt von Sicherheitshinweisen auf Geflügelfleischverpackungen

Geflügelfleisch ist immer wieder eine Quelle für Lebensmittelinfektionen. Ein sicherer Umgang mit diesem Lebensmittel kann bedeutend die Infektionsrate senken. Seit 2001 werden in den Niederlanden rohe Geflügelfleischprodukte mit einem Warnhinweis versehen. Antonise-Kamp et al. überprüften in einer Online-Befragung den Einfluss eines solchen Sicherheitshinweises auf Lebensmitteln auf die Risikowahrnehmung sowie das Verbraucherverhalten beim Umgang mit rohem Geflügelfleisch.

bearbeitet von:
R. Pichner
Motschenbacher Mühle 1
95336 Mainleus

Bedeutung für Betriebe mit Rohmilchautomaten

Beobachtungen zeigen, dass ein immer größerer Teil der über Rohmilchausgabeautomaten in Selbstbedienung ab Hof verkauften Milch – entgegen rechtlicher Vorgabe – roh und nicht abgekocht zum Verzehr kommt. Die darin implementierte Gefahr der Aufnahme pathogener Mikroorganismen ist bei vielen Konsumenten „noch“ nicht präsent. Neben dem Aufhängen des Hinweisschilds „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ sollte der Landwirt daher explizit auf die Vermeidung fäkaler Kontamination der Milch achten, um das Risiko für den Verbraucher so gering wie möglich zu halten. Dabei sind sowohl die Tier- und Stallhygiene, die Melkarbeit, die Melktechnik, als auch der Transport der Milch zu berücksichtigen.

Autorin:
F. Reinecke
Regierungspräsidium Gießen
Dezernat 51.2
Schanzenfeldstraße 8
35578 Wetzlar

Als Parasit und Schädling der Honigbiene stellt der Kleine Beutenkäfer ein Problem für die Bienenhaltung dar. Der Schädling stammt ursprünglich aus Afrika, südlich der Sahara. Als invasive Art wurde der Kleine Beutenkäfer seit seiner ersten Entdeckung außerhalb Afrikas in den USA im Jahr 1996 stetig weiterverbreitet und hat bis heute viele Länder auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis erreicht. Im Jahr 2014 wurde er erstmals in Kalabrien in Süditalien entdeckt, wo er bis heute präsent ist. Die sofortige Einleitung von Ausrottungsmaßnahmen kam zu spät, da der Kleine Beutenkäfer zum Zeitpunkt seiner Entdeckung bereits weitflächig in der Region verbreitet war. Eine erfolgreiche Ausrottung des Kleinen Beutenkäfers erscheint dennoch möglich, jedoch nur, wenn eine neue Einschleppung frühzeitig erkannt wird und ein bestehendes Bekämpfungs-Konzept konsequent umgesetzt wird. Zur Ausrottung einer invasiven Art und um deren weitere Verbreitung einzudämmen, bedarf es Maßnahmen, welche auf der Biologie der betreffenden Art, den vorherrschenden Umweltbedingungen in der betroffenen Region sowie auf einer angemessenen Beteiligung aller involvierten Interessengruppen beruhen. In diesem Beitrag werden Vorgehensweisen beschrieben, die alle beteiligten Akteure bei der Bekämpfung des Kleinen Beutenkäfers unterstützen sollen.

Autor:
M. O. Schäfer
Institut für Infektionsmedizin Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Südufer 10
17493 Greifswald – Insel Riems

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