Bedeutung für Betriebe mit Rohmilchautomaten

Beobachtungen zeigen, dass ein immer größerer Teil der über Rohmilchausgabeautomaten in Selbstbedienung ab Hof verkauften Milch – entgegen rechtlicher Vorgabe – roh und nicht abgekocht zum Verzehr kommt. Die darin implementierte Gefahr der Aufnahme pathogener Mikroorganismen ist bei vielen Konsumenten „noch“ nicht präsent. Neben dem Aufhängen des Hinweisschilds „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ sollte der Landwirt daher explizit auf die Vermeidung fäkaler Kontamination der Milch achten, um das Risiko für den Verbraucher so gering wie möglich zu halten. Dabei sind sowohl die Tier- und Stallhygiene, die Melkarbeit, die Melktechnik, als auch der Transport der Milch zu berücksichtigen.

Autorin:
F. Reinecke
Regierungspräsidium Gießen
Dezernat 51.2
Schanzenfeldstraße 8
35578 Wetzlar

Als Parasit und Schädling der Honigbiene stellt der Kleine Beutenkäfer ein Problem für die Bienenhaltung dar. Der Schädling stammt ursprünglich aus Afrika, südlich der Sahara. Als invasive Art wurde der Kleine Beutenkäfer seit seiner ersten Entdeckung außerhalb Afrikas in den USA im Jahr 1996 stetig weiterverbreitet und hat bis heute viele Länder auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis erreicht. Im Jahr 2014 wurde er erstmals in Kalabrien in Süditalien entdeckt, wo er bis heute präsent ist. Die sofortige Einleitung von Ausrottungsmaßnahmen kam zu spät, da der Kleine Beutenkäfer zum Zeitpunkt seiner Entdeckung bereits weitflächig in der Region verbreitet war. Eine erfolgreiche Ausrottung des Kleinen Beutenkäfers erscheint dennoch möglich, jedoch nur, wenn eine neue Einschleppung frühzeitig erkannt wird und ein bestehendes Bekämpfungs-Konzept konsequent umgesetzt wird. Zur Ausrottung einer invasiven Art und um deren weitere Verbreitung einzudämmen, bedarf es Maßnahmen, welche auf der Biologie der betreffenden Art, den vorherrschenden Umweltbedingungen in der betroffenen Region sowie auf einer angemessenen Beteiligung aller involvierten Interessengruppen beruhen. In diesem Beitrag werden Vorgehensweisen beschrieben, die alle beteiligten Akteure bei der Bekämpfung des Kleinen Beutenkäfers unterstützen sollen.

Autor:
M. O. Schäfer
Institut für Infektionsmedizin Friedrich-Loeffler-Institut
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit
Südufer 10
17493 Greifswald – Insel Riems

Die Entwicklung der Amerikanischen Faulbrut ist in Hessen in den letzten 20 Jahren rückläufig. Die Gründe liegen unter anderem in einer konsequenten Früherkennungsstrategie durch Ziehung von Futterkranzproben, sowohl auf der Seite der Imkerschaft, als auch auf der Seite der Veterinärbehörden. Zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut wird in jüngster Zeit wieder der Kunstschwarm bevorzugt. Eine solche Sanierung, einer mit Amerikanischer Faulbrut befallenen Imkerei, wird mit praktischen Hintergründen beschrieben. Besonderes Augenmerk wird weiterhin auf die Epidemiologie der Seuche, die Entschädigung im Seuchenfall und wirksame Biosicherheitsmaßnahmen durch den Imker gelegt.

Autor:
G. Bosco
Der Landrat des Lahn-Dill-Kreises
Abt. Veterinärwesen und Verbraucherschutz
Schlossstraße 20
35745 Herborn

Möglichkeiten und Grenzen der Pharmakotherapie bei Varroose

Der Befall von Bienenvölkern durch Varroamilben stellt eine der großen Herausforderungen in der derzeitigen Haltung von Honigbienen dar. Die diagnostische Feststellung zum Ausmaß des Befalls und das hieraus abzuleitende Therapiekonzept erfolgen aktuell in Deutschland in Eigenverantwortlichkeit des Imkernden. Die Behandlung mit Tierarzneimitteln erfordert, neben Kenntnissen über den Bienenparasiten, der Pathogenese und der Durchführung erfolgreicher Behandlungsmaß-nahmen, jedoch auch ein Verständnis der arznei- und lebensmittelrechtlichen Vorschriften.

AutorInnen
B. Wilcken, I. U. Emmerich
c/o B. Wilcken
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin
Fachbereich Veterinär- und Lebensmittelaufsicht
10820 Berlin

 

Joomla templates by a4joomla