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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

„Wenn man Zehntausend Vorschriften erlässt, vernichtet man jede Achtung für das Gesetz!“ -
So Winston Churchill (Britischer Premierminister, 1874-1965)

Haben wir diesen Zustand nicht schon längst erreicht…?

Aktuell kommt zudem noch der Verlust von Bildung in weiten Teilen der Gesellschaft hinzu. Fachkräftemangel wohin man nur schaut. Zuletzt durch Prof. Lothar Wiehler ausformuliert im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie im Rahmen seines Festvortrags anlässlich der Jahrestagung des Bundesverbandes für Tiergesundheit.

Wobei ich anmerken möchte, dass es sehr wohl Bildung im Übermaß gibt!

Nämlich Blasen-Bildung in sozialen Medien. Die Jahrhunderte der Aufklärung und der wissenschafts-basierten Analysen und Lösungen scheinen wieder in eine Epoche von Mystik und Irrglauben zu versinken. Auf der Weltbühne tummeln sich Demagogen und Lügner; vergessen sind Rousseau, Montesquieu, Voltaire und Immanuel Kant. Natürlich sind da Unredlichkeiten von Vertretern aus den Reihen der öffentlich-rechtlichen Medien (RBB) und der Politik (Maskenbetrüger), aber auch der Exekutive (z.B. Wegschauer in Tierschutzfällen) nicht vertrauensbildend.

Aber auch hier hilft Churchills Einsicht zur Demokratie, in der er meint, dass diese die schlechteste Regierungsform sei, es aber keine bessere gäbe...!

Zeitgleich ist das Austarieren der Aktivitäten von Lobbyisten, Ideologen und Kriminellen im Rechtsstaat schwierig geworden, denn oft arbeiten die besseren Anwälte auch lieber für Geld…

Lähmend wirken sich die zehntausenden Vorschriften durch mangelhafte Lese- und Auslegbarkeit aus. Zielkonflikte werden langwierig vor Justitia ausgetragen… Entscheidungen kommen oft zu spät, um rechtzeitig Wirkung zu erzielen. Die Gesellschaft ist mit der aktuellen Energiekrise befasst. Die notwendige inhaltliche Diskussion um Tierschutz wird durch die Diskussion um das Wording Tierwohl verdrängt.

Längst sind wir in Sog und Strudel von Machtströmen geraten, wo Ursachen, Wirkungen und Auswege schwer erkennbar geworden sind. Vertrauen ist zu einem sehr kostbaren Gut geworden!

In viele Branchen und Führungsebenen ist es verloren gegangen. Ernährungssicherheit - man mag es kaum glauben - ist nach den gar nicht mehr wahrgenommenen Schlaraffenland-ähnlichen Angeboten in den Supermärkten zu einem relevanten Thema geworden. Das Pendel der forcierten Globalisierung, der arbeitsteiligen und spezialisierten Märkte droht umzuschlagen.

Die Vertrauensseligkeit bei der Auf- und Abgabe von Schlüsseltechnologien, Wissenschaftsleistungen und Handwerkskunst zeigt die Unbedarftheit einer diplomatischen Führungsriege an. Infra- und Verwaltungsstrukturen befinden sich seit über 20 Jahren in einer finanziellen Geiselnahme von sozialen Ausgaben, welche die Leistungsfähigkeit der Leistenden übersteigt. Verkehrswege, Energiewende, Wehrfähigkeit, Gesundheitssystem, Verwaltungen, Polizei, Sonderordnungsbehörden und Gerichte sind zehntausenden Vorschriften unterworfen, welche seit langem zu einer Überforderung führten. Der Zustand gleicht einem Gleichstrommotor unter Wechselstrom… Manchmal wähnt man sich staunend auf dem Narrenschiff von Reinhard Mey (und das stammt aus dem Jahr 1998!).

Trotz allem Verdruss helfen Schuldzuweisungen nichts. Eine Zustands- und Fehleranalyse, Engagement - auch patriotisches - sowie gesunder Menschenverstand können das nötige Anpacken zum Erfolg führen. Das Vertrauen in unsere Arbeit für die Gesundheit von Mensch und Tier, für die Lebensmittelsicherheit, mit Vernunft und Augenmaß, ist belastbar!

Lassen Sie sich nicht entmutigen!

Herzlichst,

Dr. Holger Vogel

Präsident Bundesverband der beamteten Tierärzte e. V.
Vereinigung der Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst

 

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