Stellenausschreibungen

Ankündigung des 39. Veterinärkongresses und des Anschlussseminars 2022 sowie ​
Anmeldung zum AHL-Seminar des BbT

Umfrage der BTK zur Situation in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Liebe Leserinnen und Leser,

„Wir wollen mehr Demokratie wagen.“
sagte Willy Brandt (*1913-1992) als Bundeskanzler in seiner 1. Regierungserklärung.
Heute wünschte man sich zudem, dass Demokratie mit mehr Vernunft und Respekt geschähe. Fehlt sie doch oft, die Mehrheit für Vernünftiges und Durchdachtes. Lobbyismus und Profilsucht prägen häufig die Wahrnehmung von Parteien, Regierungen und Parlamenten.
Bald stehen Bundestags- und verschiedene Landtagswahlen an. Ein Wettstreit um Mehrheiten und damit um Positionen der Macht ist zu beobachten. Da könnte man gleich mit einem Zitat von Hans-Jochen Vogel (1926-2020) „Macht muss dienen!“ fortfahren…
Hier drängt sich die Frage auf: Wem? Den Menschen, der Umwelt, den Tieren…?!

Aber kommen wir durch Abwandeln des Brandt-Zitates auf Berufsständisches zurück:
Mehr „One Health“-Anwenden sollte Schlussfolgerung aus der Coronakrise sein.
„Die Fische, Vögel und Wildtiere werden mit dünnen Gummischläuchen abgespritzt, damit sie frisch aussehen.“ (Ferdinand von Schirach in seiner Beschreibung in „Trotzdem“ eines feuchten Marktes, eines traditionellen Marktes, auf denen Tiere frisch geschlachtet werden, möglicherweise in Wuhan, dem verdächtigten Speziesübertrittsort des Coronavirus vom Tier auf den Menschen).
Fehlt es nicht an tierärztlicher Expertise an vielen neuralgischen Punkten?
Wäre es nicht an der Zeit, das One Health-Konzept konsequenter gemeinsam mit Humanmedizinern zu verfolgen? Oder fehlt es auch hier am Konsens des/der Vernünftigen? In veterinärmedizinischer Praxis erprobte Datenbanksysteme, Erfahrungen bei Massenuntersuchungen in Laboren, Georeferenzierungen bei Krankheitsfällen blieben leider unberücksichtigt.
Anderes Thema, gleiches Konzept nötig:
Durch den Abgeordneten des Europäischen Parlamentes Herrn Häusling wird ein Verbot der Anwendung wichtiger Antibiotika bei allen Tierarten entgegen der bisher abgestimmten Rechtslage eingefordert.
Natürlich ist es richtig, Resistenzentwicklungen durch gezielteren Einsatz von Antibiotika entgegenzuwirken. Aber hier soll geradezu das „Kind mit dem Bade“ ausgeschüttet werden. Denn auch der Schutz der Tiere vor Schmerzen, Leiden und Schäden hat Verfassungsrang!
Hierzu hat sich die Deutsche Tierärzteschaft gemeinsam und vernünftig positioniert. Die Europaabgeordnete und Fernsehköchin Sarah Wiener bezeichnet diese Positionierung wie folgt: „Das ist die unterste Schublade, so eine Fake-News-Kampagne hätte ich eher von russischen Internettrollen erwartet.“.
In der Frage, ab welchem Alter Kälber überbetrieblich transportiert werden dürfen, gehen die Meinungen unter den Tierärzten dann schon wieder ziemlich weit auseinander. Dass die bisherige Praxis der Saugkälbertransporte nicht hinnehmbar ist, ist unbestritten. Nun aber liegt die Gesetzesänderung in Deutschland bzgl. eines Transportverbotes von unter 28 Tage alten Kälbern auf dem Tisch. Vieles ist nicht bedacht. Ist man damit zu kurz oder zu weit gegangen? Wo ist Platz für die heranwachsenden Kälber? Müssten sie aus medizinischen Gründen nicht noch älter sein (Immunlage)? Wer trägt die Kosten für die verlängerte Haltung im Geburtsbetrieb? Wer ist wessen Anwalt?
Viele Fragen - viele Antwort-Möglichkeiten!
Einen Ausblick für die Zeit nach den Bundestagswahlen zu wagen, fällt schwer!
Mehr Engagement der Bundesregierung bei der ASP-Bekämpfung wäre erforderlich – Zäunung, Finanzierung, Koordinierung …

Herzlichst
Dr. Holger Vogel
Präsident
Bundesverband der beamteten Tierärzte e. V.
Vereinigung der Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst

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