Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle - EDITORIAL 1 / 2022
Anmeldung zur 4. Jahrestagung der TPT (Tierärztliche Plattform Tierschutz)
"Tierschutz und Lebensmittelsicherheit am Schlachthof 
Was muss sich ändern?"

 
 
 
 
 
 
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In diesem Fallbericht wird das Vorgehen in einem Angus Rinderbetrieb beschrieben, in dem eine schwere Schwermetallintoxikation über kontaminierte Silage aufgetreten ist. Die Vergiftung betraf die gesamte Herde, wobei die Hälfte des Bestandes verstarb oder aufgrund hochgradiger Symptome euthanasiert werden musste.

Autor*in:         
N. Brüssow
Veterinärdienst / Veterinärangelegenheiten
Hoher Weg 1 - 3
59494 Soest

 

Die Verordnung (EU) 2016/429 (Tiergesundheitsrechtsakt der EU / AHL) regelt die Prävention und Bekämpfung von gelisteten und neu auftretenden Tierseuchen bei Landtieren, Wassertieren und sonstigen Tieren. Wassertiere umfassen laut Definition im AHL Fische, wasserbewohnende Weichtiere und wasserbewohnende Krebstiere in allen Entwicklungsstadien. Die Anwendung der Vorschriften hierzulande ist für die Aquakulturwirtschaft, für die zuständigen Behörden und für Tierarztpraxen bzw. Gesundheitsdienste mit großen Herausforderungen verbunden, insbesondere aufgrund der tendenziell kleinbetrieblich geprägten Struktur der Aquakultur in Deutschland und der geänderten Anforderungen in Verbindung mit Wassertierseuchen der Kategorien C und E.

Autor*in:         
D. W. Kleingeld
Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit         
Task-Force Veterinärwesen            
Standort Hannover    
30173 Hannover

Lösungsmöglichkeiten für die heimische Aquakultur

Die Erzeugung tropischer Riesengarnelen in Warmwasser-Kreislaufanlagen ist in Deutschland ein relativ neues Aquakulturverfahren. Das Interesse daran wächst, zumal die Aufzucht in geschlossenen Systemen erfolgt, was hinsichtlich Nachhaltigkeit, Lebensmittelsicherheit und Tierschutz Vorteile bietet. Allerdings verlangt der Markt rohe Garnelen, so dass die nach der Tierschutz-Schlachtverordnung (TierSchlV) zulässige Schlachtung bzw. Tötung durch Überführen in kochendes Wasser ausscheidet. Die ebenfalls zulässige Betäubung und Schlachtung bzw. Tötung durch elektrische Durchströmung hat Nachteile hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der Gewährleistung des Arbeitsschutzes.

Autor*innen:
S, Hetz, D. W. Kleingeld, J. Moritz, H. Wedekind
c/o J. Moritz
Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit
Veterinärstraße 2
85764 Oberschleißheim

Der Umbau der Tierhaltung hat seit der Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie zu den Empfehlungen des Kompetenznetzwerks Nutztierhaltung an Fahrt aufgenommen und wird als nationale Aufgabe gesehen. Die geforderten Haltungskonzepte stehen den bisherigen größtenteils diametral entgegen. Der Schwerpunkt soll künftig weniger auf möglichst sparsamer Arbeitserledigung, sondern mehr auf Tierwohl liegen. Nicht die Tiere sollen sich an die Haltungsverfahren anpassen, sondern umgekehrt. Dieser Wandel in den Betrachtungen der Tierhaltung verringert deutlich die Absatzchancen deutscher Produkte auf dem Weltmarkt, der aber aufgrund der hohen Produktionskosten in Deutschland auf mittlere und lange Sicht ohnehin in den Hintergrund gerät.

Autor*in:
R. Wiedmann
ehemals Bildungs- und Wissenszentrum Boxberg (Landesanstalt für Schweinezucht)
Hasenbühlsteige 25
72070 Tübingen

 

Tierfortnahmen im häuslichen Umfeld

In diesem Fallbericht zur Fortnahme eines Hundes aus einer gesundheitsgefährdenden Haltungssituation soll es vordergründig nicht um die fachlichen Fragestellungen zum Ablauf und zur Verbescheidung der tierschutzrechtlich gebotenen Maßnahmen gehen. Amtstierärzte sind weder Sozialarbeiter, Pädagogen noch Psychologen – als Garanten des Tierschutzes gilt das Hauptaugenmerk dem Tierwohl. Jeder Mitarbeiter eines Veterinäramtes kennt jedoch zwischenmenschlich schwierige und belastende Kontrollsituationen. Die soziale Kompetenz des Kontrollpersonals wird zunehmend zu einer Schlüsselkompetenz der täglichen Aufgabenwahrnehmung. Das Führen von Konflikt- und Krisengesprächen stellt in der heutigen Zeit eine elementare Herausforderung für den amtstierärztlichen Dienst und eine nicht zu unterschätzende psychische Belastung der betroffenen Mitarbeiter dar. Es stellt sich die Frage, ob analog anderer Organisationsstrukturen auch im amtstierärztlichen Dienst verstärkt Supervisionen zur Aufarbeitung belastender Erlebnisse angeboten werden sollten.

Autor*in:
J. Lewitzki
Landratsamt Weilheim-Schongau
Veterinäramt / Amt für Verbraucherschutz
Stainhartstraße 7
82362 Weilheim

Im Rahmen einer behördlichen Tierschutzkontrolle wurde bei einem Tierhalterpaar ein Fall von Animal Hoarding festgestellt. Trotz der anfänglichen Verweigerung der Überprüfung, konnte diese mittels richterlichem Durchsuchungsbeschluss durchgesetzt werden. Es wurden über 70 Tiere aus insgesamt 15 Haustier-, Nutzier- und Wildtierarten gehalten. Insbesondere die hygienischen und räumlichen Verhältnisse waren teilweise sehr schlecht. Gegenüber den Tierhaltern wurde ein Wildtierhaltungs- und Betreuungsverbot verhängt und eine Bestandsreduktion unter Auflagen angeordnet. Es wurden zudem Bußgeldverfahren in erheblicher Höhe und ein Strafverfahren eingeleitet.

Autor*in:         
A. Stöckle
Landratsamt Heidenheim
Veterinärwesen und Verbraucherschutz      
Felsenstraße 36        
89518 Heidenheim

Im Beitrag wird die Umsetzung des risikobasierten Ansatzes bei Kontrollen in den Fachbereichen Lebensmittel und Tierschutz verglichen. Während im Lebensmittelbereich über ein einheitliches Scoringsystem und die Einstufung in verschiedene Risikoklassen eine Kontrollhäufigkeit für jeden Betrieb festgelegt wird, erfolgt die Einstufung im Tierschutzbereich nicht flächendeckend einheitlich. Eine systematische Risikoeinstufung mit daran gebundener Kontrollhäufigkeit fehlt.

Autor*in:         
M. Peer
Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung Hohenlohekreis
Schloßstraße 3
74635 Kupferzell

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