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Das Kamel als Nahrungsmittellieferant nimmt auch im 21. Jahrhundert bei der einheimischen Bevölkerung in Marokko eine zentrale Stellung ein und wird nach der Schlachtung fast vollständig verwertet. Dabei wird einer möglichen negativen Belastung durch Rückstände keine besondere Beachtung geschenkt. Dieser Überblick über die Elemente Cadmium, Blei und Quecksilber verdeutlicht aber, dass je nach Region Marokkos ein generelles Gefährdungspotential gegeben ist. Ein Tierkollektiv von 20 Kamelen (Gesamtproben n=3024 Einzelanalysen) bildete die Basis für ein regionsspezifisches Monitoringmodell. Dabei wurden bei jedem der drei untersuchten Schwermetalle bis zu drei Tieren die zulässigen Höchstwerte der gesamten deutschen Grenzvorgaben bzw. die der FAO/WHO überschritten. Die Nachweisversuche bei den Futtermitteln verliefen negativ, allerdings ergab die Untersuchung von Trinkwasser deutlich höhere Werte bezogen auf deutsche Vorgaben, bzw. die der FAO/WHO. Von einem Eintrag in die Lebensmittelkette kann aufgrund dieser Datenlage ausgegangen werden und es wurde daher in einer weiteren Studie ein Monitoringkonzept für Marokko unter Berücksichtigung der dortigen Labor- und Überwachungskapazitäten
erstellt.

AutorInnen
Dr. Susanne Kaufmann, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. A. Stolle
Institut für Hygiene und Technologie der Lebensmittel tierischen Ursprungs
Ludwig-Maximilians-Universität München
Schönleutnerstraße 8
85764 Oberschleißheim

Prof. Dr. Ahmed Daoudi
Groupe Koutoubia
Rue Ibn Khaldoun
20800 Mohammadia/MAROKKO