Am 10. Oktober 2018 war es so weit: Der Landesverband der Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst feierte sein 50 jähriges Bestehen.

In einem Festakt im gut besuchten Ärztehaus des Saarlandes wurden die Tierärzteschaft und ihre Gäste zunächst vom Hausherren, dem Präsident der Ärztekammer, Sanitätsrat Dr. Josef Mischo, herzlich begrüßt.

Es war der Vorsitzenden des Verbandes, Dr. Antje Wagner-Stephan, eine Ehre, zwei der ursprünglichen Gründungsmitglieder, nämlich Dr. Karl Berrang und Dr. Wofgang, der die Beweggründe und Umstände der Gründung des Verbandes in einer Rede nachvollziehbar darlegte, begrüßen zu dürfen. Chronologisch schilderte die Vorsitzende dann die eng mit der Geschichte der saarländischen Veterinärverwaltung (von der Einmannbehörde mit der Ehefrau als Schreib- und Telefonhilfe bis zum Landesamt für Verbraucherschutz) verbundenen Geschichte des LbT und würdigte ihre Vorgänger. Auf das sich im Laufe der 50 Jahre veränderte Berufsbild mit einer Reihe von zusätzlichen Aufgaben ging sie ein und betonte die damit verbundene höhere Anforderung an die personelle Ausstattung, die bei weitem nicht immer gegeben sei. Zum Schluss rief sie zu mehr Selbstbewusstsein der Tierärztinnen und Tierärzte im Öffentlichen Dienst des Saarlandes auf, da diese eine hervorragende Arbeit leisten würden, auch, wenn dies in der Öffentlichkeit nicht immer so wahrgenommen werde.

Wird die staatliche Kontrolle den Aufgaben im Tierschutz gerecht
und ist sie dazu überhaupt in der Lage?

Wir sagen NEIN!

Aus diesem Grund fordern wir:

Stärkung des Amtstierärztlichen Sachverstands beim Tierschutz mit Personal und Ressourcen
Hierzu gehört auch die Verwaltungsunterstützung, damit der Amtstierarzt mehr Zeit am Tier ist und nicht im Papier.

Aktive Gestaltung und Verbesserung der rechtlichen Grundlagen für staatliches Handeln
Eine Aktualisierung und Erweiterung der TierschutznutztierhaltungsVO und eine Erweiterung des Bußgeldkatalogs der TierschutztransportVO sind hier nur zwei Beispiele.

Schaffung eines Gesetzes zur Verwaltungsvereinfachung, um bereits vorhandene Daten zum Tier für die risikoorientierte Tierschutzüberwachung in einer Datenbank zusammenzuführen.
Dies sind Daten aus der amtlichen Lebensmittelüberwachung, der Arzneimittelüberwachung, der Tiergesundheitsüberwachung, der Schlachttier- und Fleischuntersuchung und Cross Compliance sowie aus wirtschaftsseitiger Überwachung wie der Initiative Tierwohl und QS.

Feste Etablierung eines systematischen Tierschutz-Überwachungssystems in den VTN - Betrieben.

Einbeziehung der amtlichen Tierschutzkontrollen in Bereich der Lebendtier-Annahme und der Betäubung und Entblutung vollumfänglich in die Kosten der Schlachttier- und Fleischuntersuchung, die vom Schlachtbetrieb zu tragen sind. Damit ist eine bessere Kontrolle der Eigenkontrolle möglich.

Direkte Amtliche Kontrolle ist und bleibt effektiver.
Überdenken des Weges hin zur Stärkung der Eigenkontrolle zu Lasten der amtlichen Kontrolle der Kontrolle.
Eine Stärkung der amtlichen Kontrolle muss erfolgen. Sie kann nicht durch Eigenkontrollen der Betriebe oder privatwirtschaftliche Kontrollstellen ersetzt werden. Eine staatliche Kontrolle der wirtschaftsseitigen Eigenkontrolle kann und darf nur eine unterstützende Ergänzung sein.

Rechtliche und persönliche Stärkung der Amtstierärzte in ihrer Tätigkeit.
Selbstverständlich frei gewährter Rechtsbeistand und Stärkung der Amtstierärzte bei Anfeindungen von Tierhaltern oder Betriebsinhabern nach amtlichen Maßnahmen

Fachliche Unterstützung der Amtstierärzte vor Ort durch Länder- und Bundesbehörden auch im Rahmen von Fort- und Weiterbildung.
Hierzu gehört auch die Weiterbildung gemeinsam mit Tierhaltern und Unternehmer.

Tierschutz ist in der Gesellschaft wichtig!
Das muss auch in der Realität der öffentlichen Verwaltung zu spüren sein!



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ihr Landesverband wird 50 Jahre alt.

Dies ist Anlass, einmal zurück zu schauen und das Werden und Wachsen, die Höhen und Tiefen, die Erfolge und die bevorstehenden Herausforderungen zu betrachten.

Nun ist so ein Verband kein Mensch, aber er besteht aus Menschen und durch Menschen; so dass eine permanente Erneuerung und notwendige Anpassungen gestaltet werden müssen.
Wie Pflanzen in einem Gemüsegarten müssen die Mitglieder des Verbandes in ihre Aufgaben hineinwachsen. Man kann hierfür den Boden bereiten, Wege öffnen, Chancen bieten - aber ziehen kann man sie nicht.

Einige von Ihnen wissen: Ich fahre gern mit dem Pferdegespann auf althergebrachte landwirtschaftliche Art und Weise.
Daraus lässt sich ableiten: Der Wagen mit der Aufgabenerledigung rollt am besten, wenn alle mitziehen. In bestimmten Phasen kann man sich helfen und gegenseitig entlasten; dadurch kann sich der einzelne erholen und dann wieder voll mitziehen.

Tagesseminar – Tierschutz im Pferdesport am 17.10.2018 in Fulda

Am 17.10.2018 fand das Tagesseminar „Tierschutz im Pferdesport“ – eine Kooperationsveranstaltung des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte (BbT) mit der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) - im Parkhotel Kolpinghaus in Fulda statt. Bei den rund 100 Teilnehmern handelte es sich zum Großteil um Amtstierärztinnen und Amtstierärzte, aber auch einige praktische Tierärzte waren angereist, was die Diskussionen durch das Einbringen weiterer Sichtweisen bereichert hat. Eine große Wertschätzung der Veranstaltung zeigte sich durch die Teilnahme von Vertreterinnen des Bundesministeriums, der FN und des Deutschen Tierschutzbundes.

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