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Bbt/TiHo-Seminar zur 16. AMG-Novelle gut besucht

Das gemeinsame Seminar des BbT und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover zum Thema "Antibiotikaminimierung - Maßnahmepläne und behördliche Handlungsoptionen nach der 16. AMG-Novelle" am 26. November 2015 fand beachtliches Interesse. Dieses Veranstaltungsformat findet nun bereits mit Erfolg das 4. Mal statt.

Thematisch knüpfte diese Veranstaltung an die Vorgängerseminare „Tränkwasserhygiene“ vom 29. November 2012 und „Flüssigfütterung beim Schwein - Herausforderungen aus Sicht der Technik, der Hygiene und der Arzneimittelanwendung“ (bitte Artikel auf der Homepage verlinken)  vom 13. Juni 2013 an.

2015-11 Seminar TiHo BbT Hannover

Das Thema des Seminars ist für den BbT von besonderer Bedeutung, da der Erfolg der 16. AMG-Novelle letztendlich auch entscheidend

davon abhängt, wie die Verwaltungsbehörden im Vollzug die sachgerechten Entscheidungen treffen. Die Zielvorgabe der Politik ist klar definiert – nämlich Reduktion der Menge der eingesetzten Antibiotika bei Lebensmittel liefernden Tieren und auch der Weg für die Zielerreichung wurde über die 16. AMG-Novelle festgelegt.

Der mögliche Spielraum, der den Akteuren an die Hand gegeben wurde, beinhaltet die Maßnahmepläne und die behördlichen Handlungsoptionen.

Es gab in dem Seminar zunächst Vorträge, die auf das Basiswissen abstellen. Ein weiterer Teil der Referate folgte dem Anspruch, Wissen aus der Praxis für die Praxis zu vermitteln.

Sowohl von den Referenten als auch in der Diskussion wurden die Probleme bei der Umsetzung der 16. AMG-Novelle deutlich angesprochen. Herausgearbeitet wurde das Erfordernis der Plausibilitätsprüfung der betrieblichen halbjährlichen Therapiehäufigkeit. Die Vermeidung bzw. Korrektur von Eingabefehlern ist nach wie vor entscheidend für belastbare Kennzahlen.

Bewährt hat sich die Verwendung von Muster - Maßnahmeplänen zur Erleichterung der Bearbeitung durch die Behörden. Dazu wurden Beispiele vorgestellt.

Die Einbeziehung von Mastrindern ab einem Alter von 8 Monaten in das System erscheint nach Vorliegen der Kennzahlen nicht erforderlich zu sein, da in diesem Bereich Therapiehäufigkeiten festzustellen waren, die offensichtlich bereits auf das therapeutisch erforderliche Maß gesenkt wurden. Es bleibt abzuwarten, wie der Gesetzgeber im Rahmen der angekündigten Evaluierung agiert.

Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft nimmt in seinem Gutachten über Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung vom März diesen Jahres auch auf den Antibiotika-Einsatz Bezug und formuliert, dass ein deutlich reduzierter Arzneimitteleinsatz ein wichtiger Punkt für die  Entwicklung einer zukunftsfähigen, in weiten Teilen der Bevölkerung akzeptierten Tierhaltung angesehen wird.

Er wird damit zu einer berechtigten Verbrauchererwartung. Dieser Aufgabe müssen sich  Landwirte, praktizierende Tierärzte und die amtlichen Tierärzte stellen. Ein WEITER SO wird wohl gesamtgesellschaftlich nicht mehr akzeptiert werden.

Die Vorträge des Seminars wurden von den Referenten zur Verfügung gestellt.

Dipl.-vet.-med. Toby Pintscher

1. Vizepräsident