Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle - EDITORIAL 1 / 2022
Anmeldung zur 4. Jahrestagung der TPT (Tierärztliche Plattform Tierschutz)
"Tierschutz und Lebensmittelsicherheit am Schlachthof 
Was muss sich ändern?"

 
 
 
 
 
 
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Nun gilt es, diesem Auftrag der Berufsordnung und den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden.

Wir Amtstierärzte beteiligen uns an dieser gesellschaftspolitischen Diskussion. Dies aber auf fachlich-sachlicher Basis und auf der Grundlage wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse. 

Einen Richtungswechsel weg von den nicht näher definierten „Massentierhaltungen“ und ein Zurück zu den kleinbäuerlichen Familienbetrieben der fünfziger Jahre wird es nicht geben. Leistungsoptimierung um jeden Preis darf es aber ebenfalls nicht geben! Die Tiere dürfen nicht weiter an die Haltungssysteme angepasst werden! 

Das derzeit hervorragende Verbraucherschutzthema ist die Minimierung des Antibiotikaeinsatzes zur Reduzierung von Resistenzen. Das Thema steht stellvertretend für eine Bewertung der Umstände unter denen landwirtschaftliche Nutztiere heute gehalten werden. Mit dem Erkennen des Problems werden natürlich die berechtigten Erwartungen verknüpft, dass dieses Problem zeitnah und wirksam gelöst wird, wobei „Lösung“ für den Einen den radikalen Umbau der Tierhaltung, für den Anderen die Zurückführung des Antibiotikaeinsatzes auf das medizinisch absolut notwendige Maß bedeutet. Einer der Hauptadressaten dieser Erwartungen sind zwangsläufig die Überwachungsbehörden, sind wir Amtstierärztinnen und Amtstierärzte.

Welche Instrumente stehen uns aber dafür zur Verfügung? 

Wir haben für die Überwachung der Tierhaltungsbetriebe und Tierarztpraxen nur Personal für Stichprobenkontrollen, nicht jedoch für breitflächige Auswertungen, wir haben keine belastbaren Vergleichs- oder Standardwerte dafür, welcher Antibiotikaeinsatz notwendig ist, kein Benchmarking und wir haben keine Suchsysteme für echte oder vermeintliche schwarze Schafe. Es fehlt an Personal, es fehlt an neuen Überwachungskonzepten und es fehlt an Datensystemen.

Hoffnung verspricht zumindest teilweise die Antibiotikadatenbank, die ein Kernelement der aktuellen AMG-Novelle sein soll.

Erst eine zentrale Auswertung der Daten ermöglicht eine ressourcenschonende, gezielte, risikoorientierte Überprüfung von Betrieben mit überdurchschnittlichem Antibiotikaverbrauch. 

Unabhängig von der Datenbank benötigen wir zusätzliche Diagnostiksysteme, die noch im Stall eine Aussage darüber erlauben, ob das, was in den Bestandsbüchern steht, auch tatsächlich in den Tieren drin ist.

Heute wird im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat über das neue Arzneimittelgesetz und die Antibiotikadatenbank verhandelt.

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