Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle - EDITORIAL 1 / 2022
Anmeldung zur 4. Jahrestagung der TPT (Tierärztliche Plattform Tierschutz)
"Tierschutz und Lebensmittelsicherheit am Schlachthof 
Was muss sich ändern?"

 
 
 
 
 
 
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Dies erfordert heute eine Anpassung der Untersuchungsmethoden. Bei der sogenannten risikoorientierten Schlachttier- und Fleischuntersuchung sollen Schlachttiere, die unter kontrollierten Bedingungen und in integrierten Systemen gehalten werden, bereits in ihren Herkunftsbetrieben regelmäßig untersucht werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen begleiten dann die Tiere als Lebensmittelketteninformation zum Schlachthof. Bei einem niedrigen Risikoniveau kann die Fleischuntersuchung auf eine visuelle Untersuchung beschränkt werden.

Der BbT steht aufgeschlossen zu dieser Entwicklung und beteiligt sich aktiv an der Diskussion. Die visuelle Fleischuntersuchung darf aber unter keinen Umständen zur Kostenreduzierung unter Vernachlässigung des Verbraucherschutzes missbraucht werden.

Liebe Festgäste, das Bild der Tierärzte in der Öffentlichkeit wird vor allem geprägt durch Vorabendserien, die die kurative Behandlung von Groß- und Kleintieren, eingepackt in seichte Rahmenhandlungen zeigen. Tierärzte können aber deutlich mehr: Sie überwachen tagtäglich die Sicherheit der Lebensmittel entlang der gesamten Kette vom Stall über Schlachthof, Verarbeitungsbetrieb bis zum Einzelhandel oder Restaurant. Während ihres umfassenden Studiums werden sie u. a. intensiv ausgebildet in Warenkunde, Lebensmitteltechnologie, Lebensmittelrecht, Lebensmittelerkrankungen. Mit ihrer Approbation, also mit dem Studienabschluss, erfüllen Tierärzte vollständig die Anforderungen an die Befähigung des in der Lebensmittelüberwachung tätigen Kontrollpersonals. Dies sollte in der derzeit bearbeiteten Lebensmittelkontrollverordnung anerkannt werden.

Die Zahlen der Lebensmittelüberwachungsstatistiken zeigen, dass die Lebensmittelüberwachung in Deutschland trotz aller echten oder vermeintlichen Skandale, funktioniert und dass die Lebensmittelsicherheit sich in Deutschland auf einem guten Niveau befindet. Sie zeigen aber auch, dass der Verbraucherschutz in diesem Bereich noch verbessert werden kann. 

Klar, wir brauchen hier mehr Personal, wir brauchen aber auch neue Instrumente.

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Warenströme, die Betriebsstrukturen und das Warenangebot der Lebensmittelwirtschaft enorm verändert. Der globale Handel mit Lebensmitteln, eine zunehmende Zentralisierung des Einzelhandels und zahlreiche neue Lebensmittelprodukte führen zu ständig wachsenden Anforderungen an die Qualität und Kompetenz der Überwachungsbehörden.

Wir brauchen für die Verbesserung der Effizienz unserer Arbeit z. B. eine zentrale „Marktbeobachtungsstelle“, eine Art Frühwarnsystem, durch das wir frühzeitig auf weltweite Marktveränderungen, geänderte Handelsströme, Einsatz z. B. neuer Pestizide oder neu aufgetretene Missstände hingewiesen werden, damit wir unser Handeln präventiv danach ausrichten können.

Wir brauchen auch eine zentrale Datenbank mit allen Lebensmittel­überwachungsbefunden der Länder, damit Mehrfachuntersuchungen der gleichen Produkte vermieden werden können.

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