Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle - EDITORIAL 1 / 2022
Anmeldung zur 4. Jahrestagung der TPT (Tierärztliche Plattform Tierschutz)
"Tierschutz und Lebensmittelsicherheit am Schlachthof 
Was muss sich ändern?"

 
 
 
 
 
 
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Wohn initiierte und organisierte ein weiteres Projekt, nämlich die jährlichen Studienfahrten. Die Besichtigungen unterschiedlichster Betriebe der Lebensmittelwirtschaft, Grenzkontrollstellen und Tierhaltungen, verbunden mit dem fachlichen Gedankenaustausch mit Unternehmern und Kollegen, erweiterten die Kenntnisse und gaben Anlass, eigene Beurteilungsmaßstäbe zu überprüfen.
Beginnend mit Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Niederlande, Dänemark, Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Slowakei, Tschechien, Polen, Belgien , Frankreich, Sachsen, Italien, Mecklenburg- Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und zuletzt in die Schweiz sind es bis heute insgesamt 21 Fahrten, an denen jeweils 1 bis 2 Kolleginnen und Kollegen der Landesverbände teilnehmen konnten, die ihre Kenntnisse als Moderatoren weitergeben.
 Von besonderer Bedeutung war neben der fachlichen Information immer auch der Kontakt mit den örtlichen Veterinärverwaltungen und deren Kolleginnen und Kollegen. Die oft sehr intensiven abendlichen Nachbesprechungen forderten den Einsatz aller Teilnehmer, förderten und vertieften gleichzeitig die freundschaftlichen Kontakte und stärkten den Zusammenhalt der Amtstierärzte in Europa. Und wenn die Gitarristen Wolfgang Ulrich oder Arnold Ludes mit auf Fahrt waren, präsentierte sich die Reisegruppe als hörenswerter Veterinärchor.
Die guten Kontakte haben maßgeblich dazu beigetragen, dass es heute vergleichbare Verbände in Österreich und seit 2003 auch in der Schweiz gibt, die unseren internationalen Kongress seit Jahren mit kompetenten Referenten und Moderatoren unterstützen.
Stellvertretend genannt seien hier die Kollegen Herfried Haupt aus Österreich und Urs Brunner aus der Schweiz.
 Konnte der Mangel an spezifischen Fortbildungsveranstaltungen für die in Veterinärämtern tätigen Kolleginnen und Kollegen durch die Angebote des Bbt erfolgreich beseitigt werden, so fehlte noch eine den amtstierärztlichen Dienst betreffende Fachzeitschrift.
Diese Lücke schloss der BbT 1994 durch die mit dem Alpha-Verlag, Lampertheim herausgegebene Zeitschrift –-Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelüberwachung—die von einem ehrenamtlichen Redaktionsteam aus den eigenen Reihen und der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz betreut wird.
Die Ära Wohn endete nach 22 jähriger Präsidentschaft mit seiner Pensionierung. Er übergab den Stab an Heinrich Stöppler, bleibt aber als Ehrenpräsident bis heute fachkundiger, eloquenter Gestalter des Rahmenprogramms.
Präsident Heinrich Stöppler, Leiter des Untersuchungsamtes in Aulendorf und über viele Jahre Vorsitzender der Vereinigung der Institutstierärzte in Deutschland führte den BbT in der Folge über  8 Jahre erfolgreich und musste sich mit seiner Mannschaft mit den Skandalen um Nitrofen und Dioxin im Futter, Gammelfleisch und anderen Unappetitlichkeiten auseinandersetzen.
Es war insbesondere sein Verdienst, die Institutstierärzte in den BbT zu integrieren und unseren Verband nach wiederholten Anläufen endlich in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Wie auch sein Vorgänger pflegte er engen Kontakt mit den im BMVEL zuständigen Fachkolleginnen und Kollegen, die unsere Fortbildungsveranstaltungen durch Vorträge bereichern und uns über aktuelle Gesetzesinitiativen des Bundes und der EU informieren. Namen wie Professor Kothmann und Professor Zwingmann seien an dieser Stelle genannt.
 Arno Piontkowski, seit 2000 1. Vizepräsident ist verantwortlich für die wissenschaftlichen Programme und alle Fragen des Tierseuchen- und Arzneimittelrechts, Gabriele Pflaum kümmert sich um die Organisation der Kongresse und die Verbandskasse, Gerhard Meinicke , Sachsen ,vertritt das Ressort Fleischhygiene, ab 2010 von Kollegen Otto Horst ,Hamburg, abgelöst und Kollege Toby Pintscher, langjährig verantwortlich für die Erstellung der Kongressberichte, übernahm das Ressort Lebensmittelhygiene.
Als Außenministerin des BbT kann Vizepräsidentin Cornelia Rossi-Broy bezeichnet werden, die unseren Verband aber auch  die Bundestierärztekammer im Ressort „ Internationale Angelegenheiten“ vertritt, 3 Jahre sogar als Vorsitzende in der Sektion europäischer Staatstierärzte –EASVO- der FVE in Brüssel . Zudem obliegt ihr im Vorstand der Geschäftsbereich Tierschutz. 
BbT-Präsident Stöppler war in der Bundestierärztekammer  für das Ressort-- Öffentliches Veterinärwesen und gesundheitlicher Verbraucherschutz-- zuständig.
2011 trat Martin Hartmann, Öhringen die Nachfolge als Chef des Unternehmens BbT an. Dass er als neuer Präsident immer den rechten Ton findet, hat er bei mehreren musikalischen Darbietungen mit seiner charmanten Ehefrau bewiesen. Die Lebensmittelskandale um EHEC und Pferdefleisch haben ihn und die Vorstandsmitglieder gleich zu Beginn der Präsidentschaft gefordert. Weitere Skandale werden sicher folgen, insbesondere dann, wenn kriminelle Energie im Spiele ist und verworrene Handelswege  die Überführung der Übeltäter erschweren. Jeder Skandalmeldung folgt – oft vordergründig - politischer Aktionismus. Aus Ängsten der Bürger – ob begründet oder unbegründet- Kapital zu schlagen ist, um es milde auszudrücken, nicht seriös aber anscheinend sehr erfolgreich und keine politische Farbe verweigert sich hier! Dem gilt es von der Verbandsspitze mit fachlich fundierten Aussagen und klaren Handlungskonzepten entgegen zu treten.

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