Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle - EDITORIAL 1 / 2022
Anmeldung zur 4. Jahrestagung der TPT (Tierärztliche Plattform Tierschutz)
"Tierschutz und Lebensmittelsicherheit am Schlachthof 
Was muss sich ändern?"

 
 
 
 
 
 
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Auf der Frühjahrssitzung 1973 wurde die Arbeitsgemeinschaft unter dem damaligen Vorsitz von Kollegen Rupprecht, Coburg und seinem Vertreter Schieren, aus Heinsberg in -Bundesverband der beamteten Tierärzte- umbenannt. Ein Jahr danach wurde Deutschland  zum 2. Mal Fußballweltmeister. War es für den deutschen Fußball ein Glücksfall, dass wir einen „Kaiser Franz „ –Beckenbauer – hatten, so war es für unseren Verband ein Glücksfall, dass Herbert Wohn 1981 zum ersten Vorsitzenden, Herrmann Trautwein , Nürtingen zum Stellvertreter und Wendelin Janson aus Limburg zum Schatzmeister gewählt wurden. Es begann eine Erfolgsstory, die Ära Wohn, ab 1984 zusätzlich gestützt und gestärkt durch den rechtskundigen , mit geschliffener Feder agierenden Arthur von Maydell, der bis 2000  als 1. Vizepräsident für das wissenschaftliche Programm verantwortlich war.
Was aus den Minibehörden der Gründerzeit geworden ist, und wie umfassend EU-Recht unsere Arbeit beeinflusst, wissen Sie selbst.
Etliche Verwaltungs-und Regionalreformen haben in der Folgezeit zu den heutigen Strukturen der Veterinär-und Lebensmittelüberwachungsämter geführt und es bleibt festzustellen, dass es dank unseres föderalen Systems kein einheitliches Veterinäramt gibt.
Parteienproporz ist es wohl zu verdanken, dass unser Aufgabengebiet in einigen Ländern in mehreren Ministerien ressortiert, obwohl die Erfahrungen der Vergangenheit gezeigt haben, das jede Zuständigkeitsteilung zu Reibungs- und Effizienzverlusten führt.
Der Tierschutz gewann in den sechziger und siebziger Jahren zunehmende Bedeutung. Kollege Grizmek, der Direktor des Frankfurter Zoos machte Tiersendungen im Fernsehen populär und prangerte mit seiner Formulierung „KZ-Hühner“ die Käfighaltung der Legehennen mit hoher Resonanz in der Bevölkerung an und der Naturschützer und Journalist  Horst Stern wies durch seine Berichte unter dem Titel -- Nachbar Tier, das unbekannte Wesen -- auf eklatante Wissenslücken innerhalb der Bevölkerung aber auch bei Kollegen hin.  Die populäre Sendreihe verhalf interessierten Bürgern  zu mehr Wissen um die Tierhaltungen, was auch Auswirkungen auf die Veterinärverwaltung hatte. Fragen der Ethik wurden drängender und sind heute aktueller denn je. Mit zunehmendem Wohlstand wandelte sich die Einstellung zur Nutztierhaltung. Massentierhaltungen werden abgelehnt, obwohl völlig diffuse Vorstellungen zum Begriff Massen bestehen. Dem müssen wir uns als Tierärzte stellen, fachkompetent, aber auf der Grundlage der geltenden Rechtsvorschriften. Die Tierschutzarbeit wurde umfangreicher, zumal den Veterinärämtern zunehmend der Vollzug dafür wie auch für die Lebensmittelüberwachung übertragen wurde.
Durch Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben und Forderungen bei Regelungsdefiziten zu Lasten der Tiere setzt sich der BbT damals wie heute dafür ein, sachgerechte Lösungen zu finden. Bei nationaler Zuständigkeit waren die Wege überschaubar, wusste man die Mehrheit der Bundesländer im Bundesrat hinter sich. Diese Übersicht ging zunehmend verloren, rühren doch inzwischen 27 EU - Mitgliedstaaten in der Gesetzesküche, was nicht nur die Garzeiten erheblich verlängert, sondern die Produkte auch zunehmend schlechter verdaulich macht-- und die Regelungsflut hält unvermindert an! Nichts wird aber allein durch Gesetze besser, wenn nicht auf einen konsequenten Vollzug durch ausreichend qualifiziertes Personal und angemessene Sachausstattung geachtet wird.
Zur Qualifitierung haben auch die jährlichen Arbeitstagungen und Kongresse beigetragen-- bis heute sind es insgesamt 46 --, die ab 1968 von den Landesverbänden an jeweils wechselnden Orten mit Unterstützung des BbT durchgeführt wurden. 
Von allen Veranstaltungen verdient die des Jahres 1990 eine besondere Erwähnung – übrigens in dem Jahr – sie ahnen es schon – in dem Deutschland in Italien zum 3. Mal Fußballweltmeister wurde. Als routinemäßige Veranstaltung des Landesverbandes Niedersachsen in Goslar geplant, wurde es dank der Teilnahme der Kolleginnen und Kollegen der neuen Bundesländer nach Jahrzehnten der Trennung der erste gesamtdeutsche tierärztliche Kongress, ein für alle Teilnehmer bewegendes Ereignis.
Innerhalb von 8 Monaten hatten sich in den neuen Bundesländern Landesverbände gebildet. Sie waren seit 1992 mit Ralf Schönherr Brandenburg und Anne Mill (Berlin Ost) im BbT-Vorstand und mit den Landesvorsitzenden im erweiterten Vorstand vertreten.

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