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Deutsche Behörden haben am 12. Februar 2013 über das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel (RASFF) eine Meldung der Behörden in Luxemburg über möglicherweise falsch gekennzeichnete Produkte mit Pferdefleisch erhalten. In Fertigprodukten mit Fleischanteilen wurde zwischenzeitlich auch in Deutschland nicht deklariertes Pferdefleisch nachgewiesen. Diese Verstöße gegen das Kennzeichnungsrecht sind eine nicht zu akzeptierende Verbrauchertäuschung. Ob auch eine Gesundheitsgefährdung durch Rückstände von nicht für lebensmittelliefernde Tiere zugelassene Arzneimittel vorliegt, konnte in Deutschland noch nicht bestätigt werden. Die nationalen und EU-rechtlichen Hygienevorschriften bieten den Behörden die Möglichkeit, zielgerichtet die Herkunft der Fertigprodukte zurückzuverfolgen und die erforderlichen Sanktionen zu erlassen.

Mit dem aktuellen Sachstand ist davon auszugehen, dass mit krimineller Energie und in betrügerischer Absicht Pferdefleisch zur Substitution teuren Rindfleisches eingesetzt wurde. Seit Bekanntwerden dieser Verstöße führen die deutschen Behörden intensivere Marktüberwachung in diesem Problemfeld durch.
Da die Ware teilweise bereits auf dem Markt war, haben zahlreiche Lebensmittelunternehmen zur Verbraucheraufklärung zusätzlich die Öffentlichkeit über die betroffenen Produkte informiert. Anders als bei Gesundheitsgefährdung dürfen die Überwachungsbehörden derzeit bei Verbrauchertäuschung die Öffentlichkeit nicht ohne Zustimmung der Lebensmittelunternehmer informieren. Der Nationale Aktionsplan "Aufklärung – Transparenz – Information – Regionalität" vom 18. Februar 2013 der Verbraucherminister der Länder und des Bundes würde hier eine deutliche Verbesserung bringen.
Die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Landesbehörden haben in übersichtlicher Form Informationen über möglicherweise betroffene Produkte zusammengestellt.

Hier gelangen Sie zur Informationsseite des BMELV.
Hier gelangen Sie zu Fragen und Antworten zu falsch deklarierten Produkten mit Pferdefleisch.
Hier gelangen Sie zur Informationsseite des Bundesinstitutes für Risikobewertung.