Aktuelle Informationen:

  • Schreiben des Präsidenten des BbT zur Coronakrise und zur Durchführung von Veterinärpraktika in den Ämtern vom 05. April 2020 Link >>>
  • 2020-08-28 Stellungnahme zur Neufassung derv AVV-Rüb durch BbT, BVLK und foodwatch Link >>> 
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Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Gegenwärtig sehen wir uns unter veränderten Rahmenbedingungen in der Pflicht, die Aufgaben in der Tierseuchenbekämpfung, der Lebensmittelhygiene und auch des Tierschutzes zu erfüllen. Diese Aufgaben sind durch die notwendige Fokussierung der Gesellschaft auf die Überwindung der Coronavirus-Pandemie etwas weniger in medialer Aufmerksamkeit.
Gravierende Lücken in der Lebensmittelsicherheit durch zurückgefahrene Überwachung, um etwa eine „Bürokratieentlastung“ der Produktionsbetriebe herbeizuführen, können zu schwerwiegenden Auswirkungen führen. Das dauerhafte Vertrauen in die Sicherheit der Lebensmittel muss gerade in der jetzigen Situation gewährleistet sein. Gleiches gilt für die Schlachttier- und Fleischuntersuchung und die Aufrechterhaltung des Tierhandels. Die Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln ist eben kein Selbstlauf! Geschichtlich ist dies nicht mehr jedem präsent. Wie sollte es auch, bei der beliebigen Verfügbarkeit von Lebensmitteln.

Die stetige Bedrohung durch anzeigepflichtige Tierseuchen, wie die Afrikanische Schweine- und die Geflügelpest, erfordern eine entsprechende Aufmerksamkeit und eine entschlossene Bekämpfung.
Die jüngsten Fälle der ASP in Polen (Lebuser Land) sowie der Geflügelpest im Bördekreis und in Aurich/Ostfriesland, zeigen mit betroffenen Tierbeständen von 23 000 Hausschweinen und mehreren 10 000 Puten die Dimension der Aufgaben auf.
Zudem sind wir als Kollegenschaft aufgerufen, den Gesundheitsämtern unsere Unterstützung zu geben. Diese wird regional unterschiedlich benötigt und nachgefragt. Der Betrieb von bzw. die Mitwirkung in Abstrichzentren, die Unterstützung bei epidemiologischen Ermittlungen, sowie der Einstieg in die Massendiagnostik durch veterinärmedizinische Labore sind da zunächst zu benennen.
Obwohl die Situation unsere Flexibilität, Erfahrung und Expertise stark fordert, möchte ich Sie bitten, wo immer es möglich und verantwortbar ist, den Studierenden der Veterinärmedizin als künftigen Kolleginnen oder Kollegen die Absolvierung der Amts-, Lebensmittel- und Fleischhygienepraktika zu ermöglichen. Auch hier sind flexible Lösungen gefragt! Fallaufgaben und Projekte können im Home Office gestellt und abgearbeitet werden. Rückrufüberwachungen, Probenahmen und Vorortkontrollen können eben nur situationsbedingt vermittelt werden. Die Vermittlung der Funktionsfähigkeit der Veterinär-und Lebensmittelüberwachungsämter auch in Krisensituationen kann m. E. im positiven Sinne prägend sein.
Ein Verschieben der Praktika bringt sowohl die Praktikanten als auch die Ausbildungsstätten in erhebliche Zwänge, die nur schwer aufzuarbeiten sind, da die Praktikumstermine in den Ämtern zumeist eng getaktet sind, und die Studenten die Praktikumsbestätigungen als Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung benötigen!
Auch in meinem Amt wurde aus Gründen der Unsicherheit situationsbedingt ein Praktikum abgesagt.
Nach Ostern ist Zeit, es nachzuholen. Ich werde auf die künftige Kollegin zugehen. Tun Sie es in vergleichbaren Fällen bitte auch!
Als in den Anfang der 90iger Jahre in Agonie liegenden Schlachtbetrieben der ehemaligen DDR die Praktika für Studenten auf der Kippe standen, war es auch nur durch das Verständnis und den Einsatz der Kollegenschaft möglich, die Prüfungsvoraussetzungen zu erreichen. Dafür bin ich der Kollegin Frau Dr. Klinger vom damaligen Tierärztlichen Hygienedienst (THD) des Landkreises Demmin bis heute dankbar!

Herzlichst Ihr
Dr. Holger VogelDer Präsident
Bundesverband der beamteten Tierärzte e.V.
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