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Zur jährlichen Fortbildungsveranstaltung des Arbeitskreises sowie zur Mitgliederversammlung hatte der LTÖD in diesem Jahr nach Leipzig eingeladen. Die Vorsitzende Frau Dr. G. Leupold konnte im Festsaal des Neuen Rathauses 55 Kolleginnen und Kollegen, darunter auch den Präsidenten des BbT Herrn Dr. H. Vogel, begrüßen. Dieser neue Teilnehmerrekord ist Beleg für das attraktive Fortbildungsprogramm und die erfolgreiche Arbeit des LTÖD in der abgelaufenen Legislaturperiode. Neben interessanten Fachvorträgen zu aktuellen Themen sowie einer fachspezifischen Führung hinter die Kulissen des Leipziger Zoos wurde in der Mitgliederversammlung der Vorstand für die neue Wahlperiode gewählt. Wie in den vergangenen 4 Jahren bot die zweitägige Veranstaltung zugleich genügend Zeit für den direkten fachlichen und persönlichen Austausch sowie - mit der Besichtigung des Bundesverwaltungsgerichtes - ein attraktives kulturelles Rahmenprogramm

Zu Beginn der Fortbildungsveranstaltung informierte Frau Dr. Stephanie Speck vom Institut für Tierhygiene und Öffentliches Veterinärwesen der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig in einem umfassenden Übersichtsvortrag über das Vorkommen und die Verbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien in der Tierhaltung. Die daraus resultierenden Risiken und Probleme sind derzeit nur schwer quantifizierbar, da für viele der beteiligten Erreger – mit Ausnahme von MRSA – das epidemiologische Wissen bezüglich der zoonotischen Übertragung noch zu gering ist. Insofern müssen weiterhin die interdisziplinäre Zusammenarbeit, der sach- und fachgerechte Antibiotika-Einsatz und die Anwendung wirkungsvoller Maßnahmen zur Keimreduktion gestärkt werden.
Dr. Eckhard Neubert von der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen in Sachsen informierte anschließend über Rückstände (z.B. Pflanzenschutzmittel, Tierarzneimittel) und Kontaminanten (Pflanzeninhaltsstoffe, Schwermetalle) in Honig. Neben eigenen Ergebnissen aus Sachsen wurden Daten aus Deutschland und der EU präsentiert sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen erläutert. Es bleibt festzuhalten, dass Beanstandungen durch Rückstände im Honig in den letzten Jahren nur noch selten zu verzeichnen sind. Gleiches gilt für Kontaminanten. So sind Nachweise von Pyrrolizidin-Alkaloiden (PA) in deutschem Honig selten, da es in Deutschland – anders als in Neuseeland, Australien und Südamerika – keine Massentrachten von PA-bildenden Pflanzen wie z.B. dem Jakobskreuzkraut gibt.
Abschließend referierte Herr Rechtsanwalt Andreas Krause vom DBB-Dienstleistungszentrum Ost in Berlin anhand von anschaulichen Fallbeispielen aus seinem Berufsalltag über Fallstricke bei der Annahme von Geschenken im öffentlichen Dienst. Die disziplinar- und strafrechtlichen Folgen können gravierend sein und sind aufgrund eines Dickichts von Vorschriften aus verschiedenen Rechtsbereichen für den Laien nur schwer durchschaubar. Im Anschluss an das Referat wurde aus aktuellem Anlass das Thema Langzeittransporte von lebenden Tieren in Drittländer und die Verantwortung des Amtstierarztes bei der Ausstellung von Transportbescheinigungen aufgegriffen. Herr Krause sieht aufgrund der aktuellen Rechtslage derzeit grundsätzlich kein strafrechtliches Problem für den Amtstierarzt. Eine abschließende rechtliche Bewertung wird im Rahmen der Agrarministerkonferenz erwartet.
In der sich anschließenden Mitgliederversammlung konnte eine weiterhin positive Mitgliederentwicklung vermeldet werden. Vor der Vorstandswahl erfolgten u.a. die Informationen über die Aktivitäten des LTÖD-Vorstandes im zurückliegenden Jahr sowie der Sachbericht des BbT-Vorstandes, den freundlicherweise der Präsident des BbT Herr Dr. H. Vogel übernahm. In der anschließenden Wahl wurde Frau Dr. G. Leupold mit großer Mehrheit in ihrem Amt als Vorsitzende bestätigt. Als Stellvertreter wurden Frau DVM Kerstin Normann und Herr Dr. Jens Achterberg sowie 6 Mitglieder für den erweiterten Vorstand (N. Bialek, Dr. T. Elflein, Frau A. Kunze, Dr. G. Neubauer, Dr. H. Nieper, Frau Dr. G. Schneider) sowie zwei Nachrücker (Frau Rahm, Frau Spielvogel) gewählt.

2019 LTÖD-Fortbildungsveranstaltung - Teilnehmer an der Führung durch den Zoo Leipzig

Der Tag wurde am frühen Abend mit einer informativen und unterhaltsamen Führung durch das Bundesverwaltungsgericht fortgeführt. Neben interessanten Daten zur Architektur und zur wechselnden Geschichte und Nutzung des Gebäudes wurde ein Einblick in die Arbeitsweise dieses obersten deutschen Gerichtes gegeben. Den Abschluss des ersten Tages bildete ein gemeinsames Abendessen im Rathauskeller in gemütlicher und lockerer Runde.
Am Folgetag wurde unter sach- und fachkundiger Führung von Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard und Senior Kurator Herrn Gerd Nötzold ein Blick hinter die Kulissen und Haltungen des Leipziger Zoos geworfen. Im Mittelpunkt des Interesses standen die tiergärtnerischen und -pflegerischen Planungen und deren Umsetzung in der neuen Südamerika- bzw. der neuen der Himalaya-Anlage. Der Spagat zwischen den rechtlichen und finanziellen Vorgaben und deren Umsetzung in Bezug auf eine möglichst tierschutz- und artgerechten Haltung der Tiere wurde an einzelnen Beispielen eindrucksvoll erläutert. Beeindruckend war hierbei das umfangreiche Netzwerk an beteiligten Spezialisten und deren gegenseitige Abstimmung, damit solche Projekte erfolgreich umgesetzt werden können. Zum Abschluss der zweieinhalbstündigen Führung wurde den Teilnehmern ein exklusiver Besuch beim im Januar geborenen Elefantenjungtier ermöglicht. Hierbei wurden die umfangreichen Maßnahmen der mutterlosen Aufzucht und die Bemühungen zur Integration des Jungtieres in die bestehende Herde erläutert.
Den Organisatoren im LTÖD, den beteiligten Mitarbeitern des VLA der Stadt Leipzig, den Referenten sowie dem Zoo Leipzig sei an dieser Stelle ganz herzlich für die gelungene Organisation des Treffens und die engagierte Mitwirkung an dieser erfolgreichen Veranstaltung gedankt.


LTÖD-Fortbildungsveranstaltung – Teilnehmer an der Führung durch den Zoo Leipzig