Am 21. August 2018 trafen sich rund 170 Tierärzte zum Tagesseminar mit dem Thema „Praktische Umsetzung der TÄHAV in der Arzneimittelüberwachung“ in der Aula der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. Eingeladen hatten die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft, die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und der Bundesverband der beamteten Tierärzte.

BbT-Tagesseminar TÄHAV - Referenten und Organisatoren
BbT-Tagesseminar TÄHAV - Referenten und Organisatoren

Nachdem die 2. Änderungs-VO der TÄHAV am 1. März 2018 ohne jegliche Übergangsvorschriften in Kraft getreten war, bestanden zunächst große Unsicherheiten in der Rechtsanwendung der neuen Vorschriften sowohl bei den praktizierenden Tierärzten als auch bei den Tierärzten der Überwachungsbehörden. In Anbetracht der vielfach strafbewehrten Regelverstöße erschien es geboten, dass die auslegungsbedürftigen Passagen dieser Verordnung durch Auslegungshinweise konkretisiert werden. Das war in der Zwischenzeit geschehen und die Terminplanung des Seminars damit eine Punktlandung.

Dr. Arno Piontkowski stellte zuerst den Rechtsrahmen der geänderten TÄHAV dar und ging auf die Entstehungsgeschichte ein. Im Anschluss folgten drei interessante und kurzweilige Vorträge aus der Schweinepraxis von Dr. Torsten Pabst, aus der Rinderpraxis von Dr. Matthias Link und aus der Kleintierpraxis von Dr. Petra Sindern. In den Vorträgen wurde deutlich, dass in den verschiedenen Sparten die praktischen Auswirkungen ganz unterschiedlicher Art sind.
Der Schwerpunktvortrag des Seminars wurde von Dr. Ilka Emmerich übernommen, die als Vorsitzende des Arzneimittelausschusses der Bundestierärztekammer auch federführend bei der Erarbeitung der Auslegungshinweise mitgearbeitet hat. Diese wurden unter dem Titel „Erläuterungen zur zweiten Verordnung zur Änderung der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken“ auf der Homepage der Bundestierärztekammer veröffentlicht. In ihrem anschaulichen Vortrag griff Ilka Emmerich viele aus vorangegangenen Seminaren aufgeworfene Fragen auf und gab zu diesen in der anschließenden Diskussion praxisorientierte Antworten und Hinweise.
Dr. Ines Lippemeier stellte im Folgevortrag die Überwachungspraxis in Niedersachsen vor. Dort werden die tierärztlichen Hausapotheken von einer spezialisierten Behörde zentral überwacht.
Die Frage, ob die TÄHAV eine rationale Antibiotikatherapie behindert, beantwortet Prof. Dr. Manfred Kietzmann in seinem Referat mit „nein, aber…“. Er plädierte zusammenfassend für eine Optimierung der Behandlungsbedingungen durch z. B. neuartige Arzneiformulierungen und Verbesserung der Bioverfügbarkeit.
In seinem Vortrag über nationale und internationale Standards für Antibiogramme machte Prof. Dr. Stefan Schwarz deutlich, welche Probleme für die tierärztlichen Praxen entstehen: Diese können nicht mehr wie bisher im Praxislabor erstellt werden, denn nur Speziallabore werden den Anforderungen an die Antibiogramm-Standards gerecht. Das betrifft insbesondere die Erregerisolierung und -anzüchtung sowie letztendlich den Nachweis der Empfindlichkeit gegen antibakteriell wirksame Stoffe.
Abschließend stellte Dr. Klaus Teich die Möglichkeiten und Grenzen der Antibiogrammerstellung aus Sicht eines Dienstleisters dar.
Alle Vorträge finden sie auf der Homepage des BbT www.amtstierarzt.de.

 

Siehe auch: 2018 BbT Tagesseminar Praktische Umsetzung der TÄHAV in der Arzneimittelüberwachung

Toby Pintscher
1. Vizepräsident

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