Am 6. Juni fand in Schwarzenberg/Vorarlberg die 21. Ordentliche Mitgliederversammlung der Delegierten des Österreichischen Verbandes der Amtstierärztinnen und Amtstierärzte statt. Zu der umfangreichen Tagesordnung gehörte unter TOP 7 die Vorstellung des „Projektes zur Personalbedarfsberechnung“ des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte Deutschlands durch den Leiter der Arbeitsgruppe Dr. Rudolf Schneider. Es wurde eine Kooperation in der Problematik vereinbart. Weitere Schwerpunkte lagen in der amtstierärztlichen Fort- und Weiterbildung.

2018 ÖVA Tagung: Dr. Schneider, Dr. Leutgoeb-Ozlberger, Dr. Vogel

Der Höhepunkt des Abends lag in einer Vernissage im Atrium des Angelika Kauffmann-Saals in Schwarzenberg anlässlich „5 Jahre VETART-Kunstforum, die Rolle der (Amts-)tierärzte und ihre Kreativität“. Vertreterinnen und Vertreter des Berufsstandes stellten eine umfangreiche Sammlung ihres künstlerischen Schaffens aus.

Darauffolgend fand am 7. und 8. Juni die 18. Fortbildungstagung des ÖVA mit einem umfangreichen Tagungsprogramm (auf dieser HP veröffentlicht) statt. Grußworte sprach u.a. Dr. Holger Vogel, Präsident des BbT. Anlässlich des festlichen Erfahrungsaustausches mit gemeinsamem Abendessen am 7. Juni wurde dem langjährigen Präsidenten des ÖVA Dr. Herfried Haupt die Ehrenmitgliedschaft seines Verbandes verliehen. Der Bundesverband der beamteten Tierärzte zeichnete Herrn Dr. Herfried Haupt zum Zeichen seiner Verdienste mit der Ehrennadel des BbT aus. Laudationes der Würdigung fanden das Gehör der anwesenden Kollegenschaft.

2018 ÖVA Tagung: Dr. Haupt, Dr. Vogel

 

Grußwort (Dr. Holger Vogel, BbT):

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, Amtstierärztinnen und Amtstierärzte, sehr geehrte Ehrengäste, sehr geehrte Frau Präsidentin,

vielen Dank für die Einladung zu Ihrer Fortbildungstagung hier in Schwarzenberg.
Welch` beeindruckende Landschaft für jemanden aus der vorpommerschen Boddenlandschaft.
Vielleicht erinnert sich jemand? Im vorigen Jahr habe ich in Vorarlberg auf ihrer Fortbildungstagung den Pommern Ernst Moritz Arndt in Bezug auf unsere gemeinsame und regional so vielseitige Sprache zitiert.
Heuer hat die Universität Greifswald in meiner Kreisstadt nun den Namen Ernst Moritz Arndt abgelegt und den Patrioten der napoleonischen Zeit wegen nationalistischer und antisemitischer Schriften sozusagen den Rechten übereignet. 
Nun, historisch gesehen muss immer wieder geprüft werden, ob man auf dem richtigen Weg ist. Woran kann man sich ausrichten?
Mit Goethe kann man sagen „mit Worten lässt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten“…

Der erreichte Lebensstandard in unserer mitteleuropäischen Gesellschaft (an dem wir als Tierärzte einen beträchtlichen Anteil haben) bietet Zeit und Raum für ausufernde Analysen und zum Teil sehr polarisierende Diskussionen. Leider gibt es zunehmend einen Schwund der Achtung vor Leistungen anderer. Fehlbarkeiten werden als Unglaublichkeiten empört medial vermarktet. Der Schaden entsteht leider dort, wo sich dann bisher aktive Menschen zurückziehen und weder im Arbeitsprozess noch im Ehrenamt notwendiges Engagement zeigen.
Das Motto lautet: „Das tu ich mir nicht oder nicht mehr an“ oder „Bringt nichts“. Warum den „Don Quichotte“, den Weltverbesserer geben… Lieber Rückzug ins Private wie schon zur Biedermeierzeit? Lieber unversöhnlich polarisieren als Anhänger zynischer oder gar anarchistischer Gedanken?

Wer entscheidet denn heutzutage, was richtig ist?

Waren es in der Antike vermeintlich die Götter, im Mittelalter die Kircheninstitutionen, bis vor kurzem die Wissenschaft, so sind es jetzt die sozialen Medien mit Klicks und Likes. Da soll sich jemand trauen, Entscheidungen zu treffen, wenn er damit rechnen muss, danach am öffentlichen Pranger der Medien zu stehen. Daumen hoch oder runter…!!?? Wer will, wer kann das aushalten?

Wir Amtstierärztinnen und Amtstierärzte haben ständig Entscheidungen zu treffen, das ist unser Dilemma. Aber Achtung! Nicht aktiv zu werden ist auch eine Entscheidung. Halt können wir in unseren Netzwerken finden und natürlich im stets zu aktualisierenden Wissen und Können. Dazu sind unsere Verbände und Fortbildungen wie heute hier in Schwarzenberg da.

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