LTÖD-SACHSEN INFORMIERT

Fortbildungsveranstaltung des Arbeitskreises und Mitgliederversammlung am 6./7. April in Falkenstein / Vogtland

In diesem Jahr war der Arbeitskreis des LTÖD mit seiner jährlich stattfindenden zweitägigen Fortbildung im Vogtland zu Gast. Traditionell war die Mitgliederversammlung des LTÖD in diese Veranstaltung eingebettet. In den liebevoll restaurierten Räumlichkeiten des NUZ Natur- und Umweltzentrum Vogtland konnten zahlreiche Mitglieder und Kollegen begrüßt werden und sich anhand der Vorträge über ein fachlich hochinteressantes und breitgefächertes Themenspektrum informieren und austauschen. 

Eingangs berichtete Frau Dr. Neumann vom Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt Leipzig anhand von eindrucksvollen Beispielen aus der Praxis über Möglichkeiten und Grenzen der amtlichen Kontrolle asiatischer Lebensmittel-Importeure und Großhändler. Das ausgesprochen breite und sich stetig ändernde Produktspektrum, die vielfältigen Importwege und -modalitäten sowie die z.T. fehlenden bzw. undurchsichtigen Eigenkontrollen erschweren die Rückverfolgbarkeit und führen zu einem deutlich erhöhten Kontrollaufwand. Aufgrund des reichen Erfahrungsschatzes steht Frau Dr. Neumann den Kolleginnen und Kollegen in den sächsischen LÜVÄ bei vergleichbaren Fragestellungen als fachliche Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Nachfolgend stellte Frau Dr. Eberling-Bender vom Sächsischen Sozialministerium das zukünftige Konzept der Ausbildung von Lebensmittelkontrolleuren für Sachsen vor. Durch den anstehenden Generationswechsel zeichnet sich in den nächsten Jahren ein hoher Bedarf für Sachsen ab. Die bisherige bedarfsgerechte Ausbildung an der Verwaltungsakademie in Berlin kann nach deren Rückzug im Jahr 2016 nicht durch die drei in Deutschland noch bestehenden Ausbildungsstätten abgedeckt werden. In Kooperation mit der Studienakademie Plauen wurde in den vergangenen Monaten ein Ausbildungsgang entwickelt, der auch von den Berufsverbänden unterstützt wird. Vorteile des neuen Konzeptes sind geringere Kosten der Ausbildung durch Nutzung bestehender Strukturen und kurze Wege innerhalb Sachsens sowie die Möglichkeit, länderspezifische Punkte kurzfristig anpassen zu können. Der erste Ausbildungsgang mit 5 bis 10 Teilnehmern ist für Anfang 2019 geplant. Die Mitglieder zeigten sich erleichtert, dass sich nunmehr eine baldige Lösung für das vom LTÖD in den vergangenen Jahren immer wieder angesprochene Problem ergibt.

Aus dem Bereich Tierseuchen / Tierkrankheiten berichtete Frau Dr. Eulenberger von der Sächsischen Tierseuchenkasse über aktuelle Themen aus Sicht des Rindergesundheitsdienstes. Die hohe Zahl der Feststellung von Rinder-Salmonellose im vergangenen Jahr bereitet Sorgen und führte zu einem erheblichen Untersuchungs- und Kontrollaufwand. In einigen Ausbruchsbetrieben wurden z.T. gravierende Mängel bei der Hygiene und Haltung sowie erhöhte Tierverluste durch eine breite Palette von Begleiterkrankungen festgestellt. Der Pflicht zur Abklärung von Tierverlusten sollte mehr Bedeutung geschenkt werden und im erforderlichen Umfang nachgekommen werden, damit gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Tiergesundheit ergriffen und wirtschaftlicher Schaden verringert wird. Bei der BVDV-Bekämpfung zeichnet sich in Sachsen ein positives Bild ab; positive Nachweise erfolgten im Jahr 2017 nur noch in 6 Betrieben. Damit gewinnen serologische Untersuchungen, sogenannte „Jungtierfenster“, zunehmend Bedeutung bei der Überwachung der Unverdächtigkeit und sollten verstärkt genutzt werden. Die Entwicklung des Paratuberkulose-Programms ist erfreulich. Mit Maßnahmen, angelehnt an die  Empfehlungen der Bundesleitlinie, wurde in den teilnehmenden Betrieben die Erregerprävalenz deutlich gesenkt bzw. nach konsequenter Merzung der Ausscheider der Status „unverdächtig“ erreicht werden. Wichtig für den weiteren Erfolg ist u.a. die Teilnahme von Zuchtbetrieben an dem Programm.  

Abschließend stellte Herr Krause, Leiter der fünf Dienstleistungszentren des Deutschen Beamtenbundes, in einem Übersichtsvortrag die Leistungen der Einrichtung für die Mitglieder vor. Pro Jahr werden rund 9000 Rechtsschutzfälle bearbeitet. Dafür stehen 40 Juristen und die gleiche Anzahl Fachangestellter zur Verfügung. Anhand von zahlreichen Fallbeispielen wurden sehr anschaulich und unterhaltsam die Leistungen im Bereich des Rechtsschutzes (Arbeitsrecht, Beamtenrecht, Sozialrecht, Strafrecht, Zivilrecht) vorgestellt. Für Mitglieder des LTÖD ist diese Leistung kostenlos, soweit es sich um berufsbedingte Fälle handelt. Angesichts der zunehmenden Schwierigkeiten bei der Ausübung amtstierärztlicher Aufgaben ein hochinteressanter Vortrag, der Wege aufzeigt, wie Mitglieder in Streitfragen fundierten juristischen Sachverstand und Unterstützung erhalten können.

Im Anschluss fand die Mitgliederversammlung des LTÖD statt. Über die zahlreichen Aktivitäten des Vorstandes im Berichtsjahr berichtete die Vorsitzende Frau Dr. Gabriela Leupold. Der Erfolg der Verbandsarbeit resultiert in steigenden Mitgliederzahlen, so dass ein neuer Höchststand zu verzeichnen ist. Die Kassenlage ist stabil, so dass nach erfolgreicher Prüfung die Entlastung des Vorstandes seitens der Mitglieder erfolgte. Neuigkeiten aus dem Bundesvorstand wurden von Kollege Tobi Pintscher vorgestellt.  Der erste Tag endete mit einem gemeinsamen Spaziergang rund um Schöneck und einem Abendessen, bei dem eine breite Palette an fachlichen Themen in persönlichen Gesprächen angesprochen und vertieft wurde.

 2018 LTOED Sachsen FB MV

Am nachfolgenden Tag stand die Werksbesichtigung der Firma Knorr, Unilever Deutschland, in Auerbach auf dem Programm. Nach intensiver Einlasskontrolle wurden die Teilnehmer von Frau Ludwig begrüßt. Nach einem einführenden Vortrag zur Historie des Werks und der aktuellen internationalen Ausrichtung der Produktion und des Vertriebes erfolgte ein Rundgang durch das Werk, wobei alle Bereiche intensiv besichtigt werden konnten. Beeindruckend waren der große Umfang des Sortiments und die Komplexität der Produktions- und Kontrollprozesse. Angefangen bei der Logistik, Lagerung und Dokumentation der angelieferten Rohstoffe, über die computergestützten  Herstellungs- und Mischungsprozesse bis hin zu den vielfältigen Abfüll- und Verpackungsmöglichkeit bot der Rundgang unter fachkundiger Leitung einen spannenden und detaillierten Einblick. Zahlreiche Rückfragen belegten das besondere Interesse der Teilnehmer, die sich für diese seltener Möglichkeit eines detaillierten Einblicks herzlich bedanken.

Mitglieder können nach erfolgter Anmeldung den Beitrag kommentieren.

Joomla templates by a4joomla