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Seitdem Fürsten von den großen Vortheilen überzeugt wurden, welche gebildete Thierärzte ihrem Staate und der menschlichen Gesellschaft bringen, hat die Heilkunde der Thiere zum Wohle der Menschheit und der leidenden, kranken Geschöpfe merklich große Fortschritte gemacht…
…um solche Thierärzte zu erziehen wurden Thierarzneyschulen errichtet und diese mit Männern besetzt, welche dem Fache gewachsen waren…
So sagte es Scheibeler 1795 in seiner „Sammlung merkwürdiger Abhandlungen über Thierkrankheiten“.

Was hat sich seither verändert?
Heute sind es überwiegend Frauen, welche dem Fache gewachsen sind. Das ist auch hier im Saal offensichtlich.
Des Weiteren stehen heute Ministerien und Verwaltungsapparate zwischen dem Souverän und den Tierärzten.
Dies ist eine besondere Herausforderung für uns alle!

Sehr geehrter Herr Dekan Prof. Kramer, lieber Martin!

Sehr geehrte Herren Präsidenten und Hochschullehrer!

Heute, liebe Absolventinnen und Absolventen, ist ihr Tag. Er war herbeigesehntes und schwer erarbeitetes Ziel, wenn auch nur ein Etappenziel.
Dennoch haben sie es sich verdient, an diesem heutigen Tage einmal innezuhalten, sich zu freuen und zu feiern!
Sie haben mit dem Abschluss dieses Studiums eine Tür geöffnet, die nicht nur einen Weg in die berufliche Zukunft freigibt.
Notwendige Spezialisierungen erfordern Ihre aktive Entscheidung.
Wissenschaft und Forschung, Lehre, Praxis oder Amtstierärztlicher Dienst- der Möglichkeiten gibt es viele.

Sie, liebe Absolventinnen und Absolventen, werden in jedem Fall gebraucht.
Es ist an Ihnen, den für Sie passenden Weg zu wählen.
Lassen Sie sich beraten, wenn sich Fragen ergeben!

Auch das Öffentliche Veterinärwesen braucht kontinuierlichen Einsatz, Ersatz und Verstärkung (um noch ein bisschen für meinen Beruf zu werben).
Schon lange gibt es nicht mehr nur den Amtstierarzt oder die Amtstierärztin, da geht es breitgefächert um Tiergesundheit, Tierschutz, Lebensmittelhygiene, Epidemiologie, Zoonosen und auch um die notwendige tierärztliche Schlachttier- und Fleischuntersuchung.

Eine wesentliche Voraussetzung für den Fachtierarzt für Öffentliches Veterinärwesen ist eine solide Kenntnis der praktischen tierärztlichen Tätigkeiten.
Ich würde es begrüßen, wenn einige von Ihnen eine amtstierärztliche Tätigkeit in Betracht ziehen könnten, und dies auch umsetzen.
Aber wie Sie sich auch entscheiden, ich wünsche Ihnen alles Gute und Erfolg!

Dr. Holger Vogel
Präsident des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte