Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen des LbT Bayerns,

gern komme ich zu Ihnen nach Bayern. Ich werde hier immer sehr freundlich empfangen und dies, obwohl ich quasi aus Preußen komme. Das heißt, alte Klischees der Vergangenheit werden auf berufsständischer Ebene nicht unbedingt bedient.
In der großen Politik ist das wohl oft anders. Wer könnte heute schon sagen, wie die neue Bundesregierung zusammengesetzt sein wird. Haben wir als deutsche Tierärzteschaft doch in punkto Hausapothekenverordnung und Nutztierhalteverordnung eine Erwartungshaltung und brauchen griffige Lösungsansätze.
Als Tierärzte haben wir in der Politik und der Wirtschaft nur wenig Lobby. Umso wichtiger ist es, berufsständische Meinungsverschiedenheiten nicht öffentlich auszutragen, sondern vielmehr nach interner Diskussion nach außen geschlossen aufzutreten.

Dies gilt für die tierärztlichen Berufsverbände bpt, BbT, die BTK und die Landestierärztekammern. Dieser Konsens ist meines Wissens nach in Bayern hergestellt.
Sorgen macht mir manchmal das Verhältnis zu den Lebensmittelchemikern. Sie fahren gegen uns Amtstierärzte derzeit einen - gelinde gesagt - aggressiven Kurs. Da werden deutschlandweit mal eben 400 Chemiker-Planstellen gefordert, ohne eine Bedarfsplanung oder Fallzahlenanalyse vorlegen zu können.
Um es kurz zu machen: natürlich brauchen wir Expertise der Lebensmittelchemiker im Gesamtkonzept der Lebensmittelüberwachung. Diese liegt in erster Linie in der Analytik. Damit wird im Wesentlichen die wichtige Säule der chemischen Probenuntersuchung und deren Ergebnisbeurteilung abgedeckt.
Eine weitere Berufsgruppe beackert mit uns gemeinsam das Feld der Lebensmittelhygiene. In der letzten Woche war ich beim Bundesverband der Lebensmittelkontrolleure auf deren Bundeskongress in Berlin zu Gast. Mit ihnen sollten wir nach dem Motto „jeder möge sich durch eigene Leistung profilieren und nicht auf Kosten der anderen“ zusammenarbeiten. Die Signale auf dem Kongress sprachen für eine erfolgversprechende Zusammenarbeit und einen lohnenswerten fairen Umgang miteinander.
Im bayerischen Landesverband wird nun heute der Staffelstab in der Führungsposition übergeben. Dr. Renner ist im erweiterten Vorstand des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte eine tragende Institution geworden. Diese muss nun durch den bayerischen Landesverband ersetzt werden. Aber mir ist darum nicht bange. Alles hat seine Zeit. Dr. Konrad Renner bleibt unserem Bundesverband fachlich erhalten und er hat es verdient, aus den Sielen der Verantwortung der berufsständischen Arbeit, in Bayern fährt man wohl eher im Kummet, herausgelassen zu werden. Streitbar ist natürlich die von Konrad Renner geprägte Stellungnahme des bayerischen Verbandes zur aktuellen Strukturentwicklung in der Veterinärverwaltung Bayerns. Unstrittig ist sein uneigennütziges Engagement in der Sache. Damit hat er sich im Dienst der beruflichen Arbeit bei Entscheidungsträgern an politischen Schnittstellen als unbequem gezeigt. Was das für ihn persönlich bedeutet, mag sich jeder selbst vorstellen.
Heute wird eine neue Vorstandschaft gewählt werden. Jede neue Vorstandschaft hat die Möglichkeit der Justierung von berufspolitischen Zielen, und das ist gut so. Und es ist Chance zugleich, um Bewährtes beizubehalten oder anzupassen.
Insofern bin ich ganz zuversichtlich, dass der Landesverband der beamteten Tierärzte Bayerns weiterhin erfolgreich dem amtstierärztlichen Berufsstand eine Plattform geben kann. Den Tierärzten im öffentlichen Dienst wünsche ich die Erkenntnis, dass sich das persönliche Engagement für die Gemeinschaft des Verbandes lohnt

Herzlichst
Ltd. VD Dr. Holger Vogel
Präsident des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte

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