Der Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) führten am 22. Mai 2017 in Berlin ein Tagesseminar durch. Thematisch ging es diesmal um das Thema „Veterinärrechtliche Abfertigung von Exporten: Neue Hinweise zur Zertifizierung“.
Die Veranstaltung im großen Hörsaal des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) wurde von nahezu 200 Teilnehmern besucht, darunter auch vielen Vertretern aus der Wirtschaft.
Gewählt wurde das Thema vor dem Hintergrund der Probleme amtlicher Tierärzte in den Vor-Ort-Behörden bei der Ausfertigung von Zertifikaten. So gab es in der Vergangenheit oft keine Antworten auf Fragen bezüglich der Zertifizierungsfähigkeit der Forderungen von Drittländern. Das betraf sowohl abgestimmte als auch andere Zertifikate.

Um dieses Dilemma zu beseitigen, wurden in Arbeitsgruppen Zertifizierungshinweise erarbeitet. Dr. Axel Stockmann und Dr. Karoline Schollmeyer vom BMEL führten in die Thematik ein und erläuterten die allgemeinen und speziellen Hinweise. Weitere Referenten von Länder- und Kreisbehörden legten die Pflichten der Lebensmittelunternehmer dar und berichteten über eigene Praxiserfahrungen.

2017 BbT-Seminar im BfR

Mit derzeitigem Arbeitsstand sind die Zertifizierungshinweise bislang nicht juristisch bewertet. Staatsanwalt Detmar Kofent aus Kiel ging darum in seinem Vortrag auf mögliche strafrechtliche Aspekte in Zusammenhang mit der Zertifizierung ein, die amtliche Tierärzte treffen können. Er konnte jedoch bestätigen, dass eine Zertifizierung von Warensendungen durch amtliche Tierärzte strafrechtlich nicht relevant ist, wenn die Zertifizierungshinweise beachtet werden.
Im letzten Referat stellte Dr. Marion Balz dann die Abfertigung von Exporten aus Sicht der Wirtschaft dar. In den Mittelpunkt rückte sie hier das Eigenkontrollsystem des Unternehmens, das der zertifizierenden Behörde barrierefrei zugängig ist. Auf Grundlage der validierten Eigenkontrollsysteme kann sich der amtliche Tierarzt auf risikoorientierte Kontrollen beschränken.
In den anschließenden und lebhaft geführten Diskussionen konnten dann viele Fragen von den Referenten und aus dem Auditorium beantwortet werden. Auch wenn das Zeitfenster der Veranstaltung erheblich überschritten wurde, war die Thematik für die Teilnehmer bis zum Schluss fesselnd und das Tagesseminar für alle Teilnehmer sehr zufriedenstellend.

Dipl.vet.med. Toby Pintscher
1. Vizepräsident

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