Für uns alle unfassbar verstarb am 10. November 2018 der Diplomveterinärmediziner Toby Pintscher im Alter von 57 Jahren. Sein plötzlicher Tod hat ihn aus einer Lebensphase gerissen, die beruflich und privat von Glück und Zuversicht geprägt war.

Toby Pintscher ist in Zwickau geboren und in Glauchau aufgewachsen. Nach Studium und Diplomarbeit an der   Karl-Marx-Universität Leipzig erhielt er am 1. September 1988 seine Approbation als Tierarzt. Das Fachgebiet Lebensmittelhygiene hatte er bereits frühzeitig zu seinem Schwerpunkt auserkoren. Seit 1989 war er im damaligen Bezirk Glauchau/Werdau, dem heutigen Landkreis Zwickau tätig. Zunächst leitete er die Veterinär-Hygiene-Inspektion, dann übernahm er die Leitung des Referates Lebensmittelüberwachung in der gleichen Dienststelle. Nachdem er den Vorbereitungslehrgang für den Veterinärdienst in der Verwaltung Sachsens absolviert und die Prüfung für den Fachtierarzt für Öffentliches Veterinärwesen abgelegt hatte, wurde er Amtstierarzt und Leiter des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes des Landkreises Zwickau. Darüber hinaus erwarb er den Fachtierarzt für Lebensmittelhygiene und erhielt 1998 die Weiterbildungsbefugnis auf dem Gebiet Lebensmittelhygiene.2018 Toby Pintscher

Toby Pintscher engagierte sich für seine beruflichen Bestrebungen und Ziele zur Optimierung der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes auch auf standespolitischer Ebene. Im Bundesverband der beamteten Tierärzte fand er einen Wirkungskreis, der ihm hierfür die Chance bot. Als Vorstandsmitglied war er 1.Vizepräsident und Geschäftsführer des Verbandes, zugleich verantwortete er das Ressort „Lebensmittel“. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Organisation von

Kongressen und Seminaren. An erster Stelle ist hier der alljährlich stattfindende Internationale Veterinärkongress in Bad Staffelstein zu nennen. Mit Organisation des Kongresses baute er ein Netzwerk mit hoch qualifizierten Wissenschaftlern sowie Referenten und Moderatoren aus Praxis, Behörden und Ministerien auf. Besonderes Augenmerk legte er auch auf eine interdisziplinäre Betrachtung der Fragen und Probleme des Amtstierärztlichen Dienstes und gewann dafür Referenten spezieller Fachrichtungen, die über hohe Expertise verfügen. Seine Verbindungen reichten über die Grenzen Deutschlands hinaus.

Zu Kolleginnen und Kollegen in Österreich und der Schweiz, in Italien und Südtirol pflegte er einen regelmäßigen fachlichen Austausch.

Bei Beratungsgesprächen mit Politikern auf Bundes- und Landesebene vertrat er die Interessen der Mitglieder des Bundesverbandes ebenso wie bei Anhörungen zu Rechtssetzungsvorhaben im Bereich des gesundheitlichen Verbraucherschutzes engagiert und zielorientiert. Er pflegte den Kontakt zu Fachverbänden der Lebensmittel- und Fleischindustrie, zu Agrarverbänden sowie zu Pharmafirmen. Als Vertreter des Landes Sachsen gehörte er dem Deutschen Landkreistag an und konnte Unterstützung für die Arbeitsgemeinschaften Veterinärwesen auf der Ebene der Bundesländer erwirken.

Enge und auch freundschaftliche Verbindungen unterhielt er zum Bundesinstitut für Risikobewertung und zu den veterinärmedizinischen Bildungsstätten in Leipzig und Hannover. Die in Zusammenarbeit mit diesen Institutionen veranstalteten Fachseminare zu topaktuellen Themen wie beispielsweise Afrikanische Schweinepest, Tierärztliche Hausapotheken-Verordnung oder Exportzertifikate waren erfolgreich und stark nachgefragt.

Toby Pintscher war voller Zuversicht und Tatkraft, als er aus unserer Mitte gerissen wurde. Er füllte sein Ehrenamt mit Freude und mit hohem, persönlichem Engagement aus. Wir haben mit ihm einen Freund und Kollegen verloren, dem wir Hochachtung und Wertschätzung bewahren wollen. Sein Tod hinterlässt nicht nur in „seiner Familie“, dem BbT eine Lücke, die nicht so einfach zu schließen sein wird.

Wir sind sehr traurig!

Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Mutter, den Kindern und seiner Claudia.

Dr. Holger Vogel
Präsident des BbT
Im Namen der Vorstände des BbT

 

Am 10. Oktober 2018 war es so weit: Der Landesverband der Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst feierte sein 50 jähriges Bestehen.

In einem Festakt im gut besuchten Ärztehaus des Saarlandes wurden die Tierärzteschaft und ihre Gäste zunächst vom Hausherren, dem Präsident der Ärztekammer, Sanitätsrat Dr. Josef Mischo, herzlich begrüßt.

Es war der Vorsitzenden des Verbandes, Dr. Antje Wagner-Stephan, eine Ehre, zwei der ursprünglichen Gründungsmitglieder, nämlich Dr. Karl Berrang und Dr. Wofgang, der die Beweggründe und Umstände der Gründung des Verbandes in einer Rede nachvollziehbar darlegte, begrüßen zu dürfen. Chronologisch schilderte die Vorsitzende dann die eng mit der Geschichte der saarländischen Veterinärverwaltung (von der Einmannbehörde mit der Ehefrau als Schreib- und Telefonhilfe bis zum Landesamt für Verbraucherschutz) verbundenen Geschichte des LbT und würdigte ihre Vorgänger. Auf das sich im Laufe der 50 Jahre veränderte Berufsbild mit einer Reihe von zusätzlichen Aufgaben ging sie ein und betonte die damit verbundene höhere Anforderung an die personelle Ausstattung, die bei weitem nicht immer gegeben sei. Zum Schluss rief sie zu mehr Selbstbewusstsein der Tierärztinnen und Tierärzte im Öffentlichen Dienst des Saarlandes auf, da diese eine hervorragende Arbeit leisten würden, auch, wenn dies in der Öffentlichkeit nicht immer so wahrgenommen werde.

Wird die staatliche Kontrolle den Aufgaben im Tierschutz gerecht
und ist sie dazu überhaupt in der Lage?

Wir sagen NEIN!

Aus diesem Grund fordern wir:

Stärkung des Amtstierärztlichen Sachverstands beim Tierschutz mit Personal und Ressourcen
Hierzu gehört auch die Verwaltungsunterstützung, damit der Amtstierarzt mehr Zeit am Tier ist und nicht im Papier.

Aktive Gestaltung und Verbesserung der rechtlichen Grundlagen für staatliches Handeln
Eine Aktualisierung und Erweiterung der TierschutznutztierhaltungsVO und eine Erweiterung des Bußgeldkatalogs der TierschutztransportVO sind hier nur zwei Beispiele.

Schaffung eines Gesetzes zur Verwaltungsvereinfachung, um bereits vorhandene Daten zum Tier für die risikoorientierte Tierschutzüberwachung in einer Datenbank zusammenzuführen.
Dies sind Daten aus der amtlichen Lebensmittelüberwachung, der Arzneimittelüberwachung, der Tiergesundheitsüberwachung, der Schlachttier- und Fleischuntersuchung und Cross Compliance sowie aus wirtschaftsseitiger Überwachung wie der Initiative Tierwohl und QS.

Feste Etablierung eines systematischen Tierschutz-Überwachungssystems in den VTN - Betrieben.

Einbeziehung der amtlichen Tierschutzkontrollen in Bereich der Lebendtier-Annahme und der Betäubung und Entblutung vollumfänglich in die Kosten der Schlachttier- und Fleischuntersuchung, die vom Schlachtbetrieb zu tragen sind. Damit ist eine bessere Kontrolle der Eigenkontrolle möglich.

Direkte Amtliche Kontrolle ist und bleibt effektiver.
Überdenken des Weges hin zur Stärkung der Eigenkontrolle zu Lasten der amtlichen Kontrolle der Kontrolle.
Eine Stärkung der amtlichen Kontrolle muss erfolgen. Sie kann nicht durch Eigenkontrollen der Betriebe oder privatwirtschaftliche Kontrollstellen ersetzt werden. Eine staatliche Kontrolle der wirtschaftsseitigen Eigenkontrolle kann und darf nur eine unterstützende Ergänzung sein.

Rechtliche und persönliche Stärkung der Amtstierärzte in ihrer Tätigkeit.
Selbstverständlich frei gewährter Rechtsbeistand und Stärkung der Amtstierärzte bei Anfeindungen von Tierhaltern oder Betriebsinhabern nach amtlichen Maßnahmen

Fachliche Unterstützung der Amtstierärzte vor Ort durch Länder- und Bundesbehörden auch im Rahmen von Fort- und Weiterbildung.
Hierzu gehört auch die Weiterbildung gemeinsam mit Tierhaltern und Unternehmer.

Tierschutz ist in der Gesellschaft wichtig!
Das muss auch in der Realität der öffentlichen Verwaltung zu spüren sein!



Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ihr Landesverband wird 50 Jahre alt.

Dies ist Anlass, einmal zurück zu schauen und das Werden und Wachsen, die Höhen und Tiefen, die Erfolge und die bevorstehenden Herausforderungen zu betrachten.

Nun ist so ein Verband kein Mensch, aber er besteht aus Menschen und durch Menschen; so dass eine permanente Erneuerung und notwendige Anpassungen gestaltet werden müssen.
Wie Pflanzen in einem Gemüsegarten müssen die Mitglieder des Verbandes in ihre Aufgaben hineinwachsen. Man kann hierfür den Boden bereiten, Wege öffnen, Chancen bieten - aber ziehen kann man sie nicht.

Einige von Ihnen wissen: Ich fahre gern mit dem Pferdegespann auf althergebrachte landwirtschaftliche Art und Weise.
Daraus lässt sich ableiten: Der Wagen mit der Aufgabenerledigung rollt am besten, wenn alle mitziehen. In bestimmten Phasen kann man sich helfen und gegenseitig entlasten; dadurch kann sich der einzelne erholen und dann wieder voll mitziehen.

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