Anfang des Jahres 2013 wurde der BbT mit Interviewanfragen zur Schlachtung gravider Rinder konfrontiert. Die Art und Weise der Anfragen ließen vermuten, dass das Thema medial betont emotional dargestellt und mit einem Anstrich der Unrechtmäßigkeit versehen werden sollte. In der Tat kann man hier sehr unterschiedliche Auffassungen haben; Fakt bleibt aber, dass lediglich der Transport hochträchtiger Tiere zur Schlachtstätte aus Tierschutzgründen verboten ist, nicht jedoch die Schlachtung selbst. Da die Datenlage hierzu zum gegenwärtigen Zeitpunkt unbefriedigend ist, hat der Vorstand des BbT die verbandseigene Fachgruppe "Fleisch" gebeten, eine Stellungnahme zur Schlachtung gravider Rinder abzugeben und Möglichkeiten für das zukünftige Umgehen mit der Problematik aufzuzeigen. Die Stellungnahme ist als Anlage zu diesem Beitrag beigefügt.

Für den BbT-Vorstand ergeben sich daraus die nachstehenden Schlussfolgerungen:

  • Der verbotswidrige Transport hochträchtiger Tiere zur Schlachtstätte ist bisher nicht als Ordnungswidrigkeit ausgewiesen. Hier muss nachgebessert werden.
  • Es  mangelt immer noch an verlässlichen Zahlen zur Dimension des Problems.
  • Das Tierschutzrecht klammert den Schutz des ungeborenen Lebens bisher aus, obwohl mittlerweile Erkenntnisse über das Schmerzempfinden ungeborener Tiere vorliegen. Hier sollte eine wissenschaftliche Bewertung vorgenommen werden, ob eine entsprechende  Ausweitung des Geltungsbereichs des Tierschutzrechts erforderlich ist.
  • Eine Option zur Minimierung der Schlachtung gravider Rinder könnte die Berücksichtigung einer Trächtigkeit in der Lebensmittel-Ketteninformation sein.
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