Pressemitteilung zum 33. Internationalen Veterinärkongress am 28./29. April 2014

Bad Staffelstein, 25. April 2014

Amtstierärzte fordern Tiergesundheitsdatenbank - Tierwohl, Tiergesundheit und Lebensmit-telsicherheit sind eine untrennbare Einheit

Der Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) sieht die Erfassung von Antibiotikaanwendungen bei Masttieren ab dem 1. Juli 2014 in einer Datenbank als einen ersten wichtigen Schritt zur Reduzierung der Antibiotikaresistenzen. Der Erhalt der Wirksamkeit von Antibiotika in der Human- und Tiermedizin ist wegen der überragenden Bedeutung dieser Stoffe in der Therapie eine gesamt-gesellschaftliche Aufgabe. Eine nachhaltige und tierschutzgerechte Minimierung der Antibiotikaan-wendungen kann aber nur über eine Verbesserung der Tiergesundheit in den Nutztierbeständen erfolgreich sein. Dabei sind auch die Einflüsse der Haltungsbedingungen und des Managements zu berücksichtigen.

Der eingeschlagene Weg muss daher konsequent weitergegangen werden. Daten zur Tiergesund-heit und Tierwohlindikatoren müssen mit den Antibiotikadaten in einer Tiergesundheitsdatenbank zusammengeführt werden. „Dies ist schon erforderlich, um eine bloße Reduzierung des Antibiotika-einsatzes ohne Verbesserung der Umstände zu verhindern", betont Dr. Martin Hartmann, der Präsi-dent des BbT. „Kranke Tiere müssen natürlich - schon aus Tierschutzgründen - behandelt werden.“

Die Bundesregierung sieht ebenfalls die enge Verknüpfung von Tiergesundheit und Tierarzneimittel-einsatz und hat in ihrem Koalitionsvertrag die sinnvolle Zusammenführung des Tierarzneimittelrechts und Tiergesundheitsgesetzes in einem einheitlichen Rechtsrahmen angekündigt.
Mit der Einführung der visuellen Fleischuntersuchung als Standardmethode erhält die Forderung nach einer Tiergesundheitsdatenbank eine zusätzliche Bedeutung. Der amtliche Tierarzt am Schlachthof benötigt für die Risikobeurteilung relevante Informationen aus dem Tierbestand wie z.B. Tierbehandlungsindex, Tierschutzindikatoren, Mortalitätsrate; der praktizierende Tierarzt und der Tierhalter benötigen die Schlachttierbefunde. Aus unserer Sicht ist eine zentrale staatliche Daten-bank, die allen Beteiligten einen einfachen Zugriff auf alle erforderlichen Informationen gibt, die un-abdingbare Voraussetzung für die Einführung der visuellen Fleischuntersuchung, insbesondere auch in mittleren und kleinen Schlachtstätten.

Der Bayerische Umwelt- und Verbraucherschutzminister Dr. Marcel Huber wird am Montag, den 28. April 2014 um 9:00 den Internationalen Veterinärkongress in Bad Staffelstein mit über 600 Teilneh-mern aus allen Ebenen der Veterinärverwaltung, vor allem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, eröffnen. Der Kongress deckt mit wissenschaftlichen Beiträgen alle wichtigen Arbeitsge-biete des amtstierärztlichen Dienstes ab.

Ansprechpartner:  Dr. Martin Hartmann, Tel.: 0160/6981553, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Hintergrundinformation:

Der Bundesverband der beamteten Tierärzte e.V. (BbT) vertritt die über 5.600 beamteten und an-gestellten Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst in Deutschland.
Ein Hauptziel des Verbandes ist u.a. der Austausch neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen, Arbeitstagungen und Kon-gressen.

Auf seinem jährlichen Internationalen Veterinärkongress in Bad Staffelstein werden Vorträge zu aktuellen Themen aus den Bereichen Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz, Lebensmittelhygiene und Fleischhygiene gehalten. In diesem Jahr wird die Forderung nach einer Tiergesundheitsdaten-bank u. a. mit Vorträgen zu "Tiergesundheit und Tiergesundheitsmanagement", "Antibiotikaeinsatz, Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit" und "Visuelle Fleischuntersuchung" untermauert. Dane-ben stehen u.a. die Themen „Krisenkommunikation bei Tierschutzfällen“, "Branchenvereinbarung Tierwohl“ und „Bedrohung durch die Afrikanische Schweinepest“ im Fokus des Kongresses.

Im anschließenden Seminar zum Thema „Tierschutz bei Transporten in Drittländern - Realität und Möglichkeiten" werden als Schwerpunkt von den Teilnehmern aus Verwaltung und Wirtschaft spezi-elle Probleme beim Transport von Tieren über längere Strecken aus dem Geltungsbereich des EU-Rechts heraus diskutiert.

 

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