Bad Staffelstein, 19. April 2013

Amtstierärzte fordern Unterstützung für eine effektive Überwachung des Antibiotikaeinsatzes bei Nutztieren

Der Bundesverband der beamteten Tierärzte (BbT) schaut gespannt auf den Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat. Am nächsten Dienstag wird dort über das neue Arzneimittelgesetz verhandelt. Ob es noch vor der Bundestagswahl kommt, ist fraglich. Das Kernstück des Gesetzes ist eine zentrale, bundeseinheitliche Antibiotika-Datenbank, in die alle Anwendungen von Antibiotika bei Nutztieren eingetragen werden müssen. Der BbT hat wiederholt eine solche Datenbank gefordert. „Ohne sie kann es keine effektive Überwachung des Tierarzneimittelverkehrs geben“, betont Dr. Martin Hartmann, der Präsident des BbT. „Um den Antibiotikaeinsatz zu minimieren und die Resistenzen zu reduzieren, brauchen wir auch neue Überwachungskonzepte und mehr amtstierärztliches Personal“, so Hartmann weiter.

Die  Erkenntnisse der letzten zwei Jahre über den Einsatz von Antibiotika bei landwirtschaftlichen Nutztieren haben eindeutig den Bedarf einer zentralen Datenbank gezeigt, in der die Abgabe und Anwendung von Antibiotika bei landwirtschaftlichen Nutztieren erfasst und automatisiert ausgewertet werden. Diese Auswertungen ermöglichen erst eine gezielte Überprüfung von Betrieben mit überdurchschnittlichem Antibiotikaverbrauch. Betriebe, die diesen überdurchschnittlichen Verbrauch in einer ersten Stufe nicht reduzieren können, müssen von den Amtstierärzten umfassend kontrolliert werden. Insbesondere Haltungsbedingungen und Hygienemanagement, sowie Tiergesundheits- und Tierwohlkriterien kommen dabei auf den Prüfstand. Mit modernen Untersuchungsmethoden könnten die Überwachungsbehörden dabei schnell den tatsächlichen Einsatz von Antibiotika überprüfen.
 „Dies wird aber nicht zum Nulltarif möglich sein“, so Hartmann. Wer einen zu hohen Einsatz von Antibiotika oder sogar Missbrauch beklage, müsse auch die Behörden finanziell und personell so ausstatten, dass sie dem wirksam entgegentreten können.
Natürlich müssen kranke Tiere - schon aus Tierschutzgründen – behandelt werden. Der Erhalt der Wirksamkeit von Antibiotika in der Human- und Tiermedizin ist aber wegen der überragenden Bedeutung dieser Stoffe in der Therapie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Der Internationale Veterinärkongress in Bad Staffelstein mit über 600 Teilnehmern aus allen Ebenen der Veterinärverwaltung, vor allem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wird von Frau Staatsekretärin Melanie Huml vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit am Montagmorgen eröffnet. Der Kongress deckt mit wissenschaftlichen Beiträgen alle wichtigen Arbeitsgebiete des amtstierärztlichen Dienstes ab.

Ansprechpartner: Dr. Martin Hartmann, Tel.: 0160/6981553, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Hintergrundinformation:

Der Bundesverband der beamteten Tierärzte e.V. (BbT) vertritt die über 5.600 angestellten und beamteten Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst in Deutschland.
Ein Hauptziel des Verbandes ist u.a. der Austausch neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen, Arbeitstagungen und Kongressen.

Auf seinem jährlichen Internationalen Veterinärkongress in Bad Staffelstein werden Vorträge zu aktuellen Themen aus den Bereichen Tierseuchenbekämpfung, Tierschutz, Lebensmittelhygiene und Fleischhygiene gehalten. In diesem Jahr werden neben dem Eröffnungsthema „Amtstierärzte im Spannungsfeld zwischen Politik, Öffentlichkeit, Ökonomie und Tierschutz“ u.a. die Themen „Umsetzung des Rechts auf Verbraucherinformation“, „Beurteilung der Transportfähigkeit von Rindern“, „Interdisziplinäre und überregionale Lebensmittelkontrolle“, „Antibiotika-Monitoring“ und „Rindertuberkulose in Bayern“ behandelt.

Im anschließenden Seminar zum Thema " Exporte von Tieren und Waren tierischer Herkunft in die Russische Föderation – Erwartungen und Realisierung“ werden als Schwerpunkt von den Teilnehmern aus Verwaltung und Wirtschaft spezielle Probleme beim Handel von lebenden Tieren und Lebensmitteln mit der Russischen Föderation diskutiert.

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