16.01.2007 - Pressemeldung 2/2007: Klimawandel und globaler Handel machen es möglich

Spürbarer Klimawandel gibt der Tiergesundheit hierzulande eine neue Dimension. Darauf weist Dr. Heinrich Stöppler, Präsident des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte angesichts der bevorstehenden Internationalen Grünen Woche hin. Wenn es  um Lebensmittel- und Verbrauchersicherheit gehe, sei es wichtig, das hohe Schutzniveau zu erhalten, bevor neue Ängste geschürt würden. Das Auftreten von Blauzungenkrankheit in Mitteleuropa hat uns bestätigt, dass wir mit neuen Tierseuchen, aber auch Zoonosen aus fernen Ländern rechnen müssen, sagte Stöppler. Die Gefährdung der Gesundheit von Tier und Mensch fordere die Tierärzteschaft auch im neuen Jahr besonders heraus. Vorbeuge und Bekämpfung von Tierseuchen und Zoonosen sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Der Präsident wies auf Beschlüsse des 24. Deutschen Tierärztetages vom 20. Oktober 2006 in Baden-Baden hin. Insbesondere die gesundheitlichen Gefahren wie z.B. Aviäre Influenza, Tollwut oder Salmonellen müssten besondere Beachtung finden. Auch ökonomische Gefahren, wie die Klassische Schweinepest oder die Maul- und Klauenseuche (derzeit in der Türkei) seien sehr ernst zu nehmen. Nicht zuletzt dürften tierschutzrelevante Konfliktpotenziale und psychische Belastungen bei unvermeidlichen Tötungen nicht übersehen werden. Der Vorbeuge im Sinne von Früherkennung von Tierseuchen und Zoonosen müsse noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die Untersuchungen aufaktuelle Tierseuchen und Zoonosen mit definierten Programmen zur Früherkennung und Erhebung des epidemiologischen Verhaltens von Erregern zeigen uns den richtigen Weg auf, betonte der Amtstierarzt. Die Schaffung bundeseinheitlicher und europäischer Standards für Kommunikation und Datenhaltung sei ebenso notwendig wie die Einbindung praktizierender Tierärzte in Trainingsmaßnahmen. Eine gemeinsame Risikokommunikation von Humanmedizin und Tiermedizin sei wichtig. Auch sollten die erforderlichen Fortbildungsmaßnahmen bei allen Tierspezies auf Erreger von Tierseuchen und Zoonosen ausgedehnt werden. In Deutschland existiere nur für wenige Tierseuchen und Zoonosen ein flächendeckendes Monitoring. Die Bereitstellung leistungsfähiger Untersuchungseinrichtungen in der Fläche sei eine ernstzunehmende Aufgabe der Länder. Auch die Referenzlaboratorien des Bundes seien herausgefordert, um fehlende Diagnostika bereitzustellen. Die Amtstierärzte appellieren daher an die zuständigen Stellen auf Bundes- und Landesebene, auch bei angespannter Haushaltslage die Vorbeugemaßnahmen nicht zu vernachlässigen.

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