Der Bundesverband der Beamteten Tierärzte schließt sich den Ausführungen der Bundestierärztekammer und der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz TVT zur Kennzeichnung von Pferden mittels Heißbrand im vollem Umfang an.

icon Stellungnahme der TVT zur Kennzeichnung von Pferden mittel Heißbrand

Der Vorstand      

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PRESSEINFORMATION der Bundestierärztekammer
Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tierärztekammern e.V.
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Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Drs. Sabine Merz
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Nummer 13/2010 vom 1. Juli 2010

Brandzeichen bei Fohlen überflüssig - Seit Einführung des Chippens nur noch Werbebrand

(BTK Berlin) Seit einem Jahr ist die neue Verordnung zur Kennzeichnung von Pferden in Kraft, nach der alle neugeborenen Fohlen mit

einem Transponder gekennzeichnet werden müssen. Obwohl „Chippen“ zur Identifizierung der Tiere Pflicht ist, wird der Heißbrand von den Pferdezuchtverbänden weiter zusätzlich durchgeführt. Dieser „Marken“-Heißbrand ist aus Sicht der Bundestierärztekammer aus tierschutzrechtlichen Gründen nicht mehr zu vertreten, da der ursprüngliche Sinn der Kennzeichnung des Pferdes und nicht dem Werbezweck diente. Fohlen erleiden beim Brennen mit dem verbandseigenen Markenzeichen eine hochgradige Verbrennung, die unter Bildung einer Narbe abheilt. Nur durch diese gezielte Verbrennung bleibt das Brandzeichen permanent sichtbar. Eine Schmerzbehandlung findet nicht statt. „Mit der neuen EU-Verordnung haben die Brandzeichen ihren Zweck verloren und damit muss die Ausnahmeregelung im Deutschen Tierschutzgesetz aufgehoben werden. Schließlich fügt man dem Fohlen durch das Brennen grundlos Schmerzen zu“ bekräftigt Prof. Mantel, Präsident der Bundestierärztekammer die Haltung der Tierärzteschaft. „Die EU hat hier eine klare Regelung
geschaffen.“
Der bisherige vernünftige Grund zur Kennzeichnung von Pferden mit dem Brandzeichen entfällt seit der Einführung der Kennzeichnung durch Transponder. Die Ausnahmeregelung nach dem Tierschutzgesetz kann nicht mehr angewandt werden. Die Marken der Verbände können stattdessen weiterhin prominent auf Sattel- oder Pferdedecken angebracht werden. Für Laien und die Medien ist es dann leicht, die Zugehörigkeit eines Pferdes zu einer Rasse oder einem Zuchtgebiet zu erkennen. Das lebende Tier sollte nicht als Werbemittel benutzt werden! Pferdekäufer sollten bei den
Züchtern nach Pferden ohne Brand fragen und so ein Umdenken anregen.

Die Pressemitteilung steht für Sie zum Download zur Verfügung unter www.bundestieraerztekammer.de

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Prof. Dr. Thomas Blaha, Büscheler Str. 9, 49456 Bakum Vors. der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT)

An das
Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Frau Ministerin Ilse Aigner
11055 Berlin

23. Aug. 2010
Betr.: Kennzeichnung von Pferden mittels Heißbrand

Sehr geehrte Frau Ministerin Aigner,

bislang war es bei den meisten Zuchtverbänden üblich, Pferde mittels Brandzeichen zu kennzeichnen. Die individuelle Identifizierung eines Pferdes war nicht durch das Brandzeichen allein, sondern nur durch den Brand des Zuchtverbandes mit einer Zahlenkombination und dies auch nur in Verbindung mit dem Equidenpass oder dem Abstammungsnachweis eindeutig möglich. Die aktuelle Verordnung (EG) Nr. 504/2008 schreibt vor, dass alle nach dem 01.07.2009 geborenen Fohlen mit einem Transponder unverwechselbar gekennzeichnet werden müssen. Eine zusätzliche Kennzeichnung, z. B. mittels Heißbrand, wird damit zwar nicht ausgeschlossen, verbietet sich aber nach Auffassung der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) aufgrund des § 1 des Tierschutzgesetzes. Nach der auch mit Schmerzen verbundenen Implantation des Transponders liegt nämlich kein vernünftiger Grund i. S. des Tierschutzgesetzes für einen weiteren schmerzhaften Eingriff zur individuellen Kennzeichnung, z. B. durch einen Nummernbrand, mehr vor. Das charakteristische Brandzeichen der Pferdezuchtverbände stellt zudem keine individuelle Kennzeichnung zur Identifizierung des Einzeltieres dar, sondern dient insbesondere dem Werbezweck der Zuchtverbände. § 3 Nr. 6 Tierschutzgesetz verbietet, Tiere zur Werbung heranzuziehen, sofern damit Schmerzen, Leiden oder Schäden für das Tier verbunden sind. Die anliegende ausführliche Stellungnahme zur Kennzeichnung von Pferden ist vom Arbeitskreis Pferde der TVT erarbeitet worden. Wir möchten Sie bitten, bei der kommenden Novellierung des Tierschutzgesetzes jegliche Formen von Brandzeichen bei Pferden zu verbieten.

Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Thomas Blaha

 

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