Die Ausbildung sollte daher auf den aktuellsten sachbezogenen Informationen beruhen, die zur Verfügung stehen, und ständig angepasst werden können, wenn relevante neue Informationen verfügbar werden. Die Bewerber bzw. zukünftigen a. T. können sich die erforderlichen Kenntnisse im Rahmen ihrer tierärztlichen, wissenschaftlichen Grundausbildung oder einer Schulung im Anschluss an ihre Qualifikation als Tierarzt aneignen. Die zuständige Behörde kann verschiedene Prüfungen durchführen lassen, um dem Werdegang der Bewerber Rechnung zu tragen. Gelangt die zuständige Behörde jedoch zu der Auffassung, dass ein Bewerber die erforderlichen Kenntnisse im Rahmen eines Hochschulabschlusses oder im Rahmen einer Fortbildung mit postgradualem Abschluss erworben hat, kann sie auf solche Prüfungen verzichten. Auch muss der Tierarzt zur multidisziplinären Zusammenarbeit fähig sein.  Schließlich fällt dem tierärztlichen Sachverständigen bei seiner heterogenen Aufgabenwahrnehmung als amtlicher Tierarzt häufig eine Mittlerfunktion zu chemischen, tierärztlichen, biologischen u. medizinischen Sachverständigen bei der Umsetzung von verwandten Überwachungsaufgaben zu! Jeder amtliche Tierarzt hat eine praktische Schulung während einer Probezeit von mindestens 200 Stunden zu absolvieren.
Auf den Qualifikationswegen tauchen verschiedene Bezeichnungen auf. Es hat sich die Bezeichnung „amtlicher Tierarzt“ nach der EU – Rechtsetzung eingeführt. Der "amtliche Tierarzt" ist danach ein Tierarzt, der im Sinne dieser Verordnung qualifiziert ist, als solcher zu handeln, und der von der zuständigen Behörde benannt wird; ein "zugelassener Tierarzt" ist ein von der zuständigen Behörde bezeichneter Tierarzt, der für diese Behörde bestimmte amtliche Kontrollen in Betrieben durchführt.
Mit Blick auf die Lebensmittelsicherheit wird davon ausgegangen, dass der Sachbearbeiter als „amtlicher Tierarzt“ oder „amtliche Tierärztin“ eine entsprechende Spezialisierung für den Bereich Lebensmittel aufweist. Durch erworbene Fachtierarztbezeichnungen kann eine Spezialisierung zum Ausdruck gebracht werden. So kann nach Ablegen einer zusätzlichen tierärztlichen Staatsprüfung (Kreisexamen) und zweijähriger Tätigkeit in der Veterinärverwaltung die Bezeichnung „Fachtierarzt für öffentliches Veterinärwesen“ als Erweiterung der Berufsbezeichnung nach dem Heilberufe-Kammergesetz (HBKG) der Länder geführt werden. In der Nomenklatur der EU wird lediglich vom „amtlichen Tierarzt“ gesprochen, d.h. von eine(m)r beauftragten Tierarzt/Tierärztin. Nach dem Tierseuchengesetz wird in § 2 Abs. 2 vom "beamteten Tierarzt" gesprochen. Das sind Tierärzte, die vom Staat angestellt sind oder deren Anstellung vom Staat bestätigt ist.

Der Begriff „Amtstierarzt“ steht für eine Funktion. Eine heterogene Situation in der es zunächst darauf ankommt, die Basis-Qualifikation wie sie in dem bereits erwähnten Kap. IV beschrieben ist, für den amtlichen Tierarzt sicherzustellen. Es kann sich also um eine angestellte oder auch um eine beamtete Person handeln. Die Bezeichnung Amtstierarzt/Amtstierärztin ist nicht festgeschrieben und gibt in der allgemeinen Wortbedeutung lediglich zu erkennen, dass es sich um eine Tierärztin / Tierarzt mit der Aufgabenwahrnehmung durch die zuständige Behörde (Veterinäramt) im jeweiligen Landratsamt oder bei der entsprechenden Gemeinde handelt (Näheres hierzu siehe bei Haunhorst, 2008).

02.November 2010 Dr. H. Stöppler
Ltd. VetDir i. R. Dr. H. Stöppler, Präsident des BbT, Löwenbreitestr. 18, 88326 Aulendorf
Ressortverantwortlicher ö. Veterinärwesen u. gesundheitlicher Verbraucherschutz der BTK

 

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