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Newcastle-Disease (ND) bei Tauben - Veterinärbehördliches Vorgehen

Immer wieder kommt es vor, dass ND in reinen Taubenhaltungen festgestellt wird. Hinsichtlich des behördlichen Vorgehens ist die Geflügelpest-Verordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 20. Dezember 2005 (BGBl. I S. 2663) einschlägig, da diese Verordnung durch die Geflügelpest-Verordnung vom 18. Oktober 2007 (BGBl. I S. 2348) zwar aufgehoben wurde, aber durch § 67 II dieser Verordnung speziell bei ND weiter anzuwenden ist.
Damit müsste eigentlich de jure bei der Feststellung von ND bei Tauben ein Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet eingerichtet werden (§ 15 und § 16).

Fachlich besteht Konsens darüber, dass ein solches Vorgehen gemessen an den seuchenpolitischen Auswirkungen der konkreten Gefährdungslage nicht gerecht wird. In einem Austausch zwischen BMELV und der EU-Kommission konnte klargestellt werden, dass im Falle des Ausbruchs bei Tauben lediglich Artikel 19 der Richtlinie 92/66/EWG über Gemeinschaftsmaßnahmen zur Bekämpfung der Newcastle-Krankheit anzuwenden und mithin kein Sperrbezirk und Beobachtungsgebiet einzurichten ist (Schreiben des BMELV an die obersten Landesbehörden und das FLI vom 02.05.2008, AZ: 323-3602-8/0001).
Eine zunächst geplante Anpassung der anzuwendenden Verordnung an diese Interpretation der ND-Richtlinie konnte nicht erfolgen, da unter rechtlichen Gesichtspunkten eine formal aufgehobene Verordnung keiner Änderung mehr zugänglich ist (Email-Schriftwechsel zwischen BMELV und MKULNV NRW vom 09.09.2010)
Der Bundesverband schließt sich der Auffassung des Bundesministeriums an und empfiehlt, im Falle der Feststellung von ND in ausschließlich Tauben haltenden Beständen von der Einrichtung von Restriktionsgebieten abzusehen.

gez. Dr. Piontkowski
- Vizepräsident -
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