Der 39. Int. Veterinärkongress des Bundesverbandes der beamteten Tierärzte e.V. und das Anschlussseminar finden vom 19. bis 22.04.2020 statt.
Das Progrmm zu den Veranstaltungen finden sie hier:
39.BbT-Kongress 2020 / Anschlussseminar 2020 / Rahmenprogramm

hier: Anmeldung zu den oben genannten Veranstaltungen​

 

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Amtstierärztlicher Dienst und Lebensmittelkontrolle - EDITORIALS 4/2019

„Was ich am wenigsten studiert habe, ist die Politik; sie besteht aus Lug und Trug und passt nicht für meinen Charakter ...“ meinte Friedrich II. (1712 - 1786)

Wenn in diesem Satz ein Körnchen Wahrheit liegt, sollte man hinterfragen, warum man sich dennoch mit Politik beschäftigt. Mit dem Analysieren, wer etwas sagt und welchem Zweck es dienen könnte – denn genau das ist Politik. Jede Kräftegruppierung lotet das für sie Machbare aus: Egal, ob es nun individuelles Interesse, Lobbyarbeit, Profilsuche, Gewinnsucht oder Einflussnahme ist.
Oligarche Strukturen in der Distribution, Gewinnung und Verarbeitung von Lebensmitteln bestimmen die Marktpolitik und damit auch Einstellungen und Entwicklungen. Primärerzeuger werden bzw. sind abhängig vom Preisdiktat. Es folgt ein Wachsen oder Weichen. Lässt Marx doch noch grüßen?

Im Zuge der Listerienfunde im Wilke-Fall melden sich viele zu Wort. Medien- und Politikvertreter sowie Wirtschaftsmagnaten stellen Mängel in der Überwachung fest – wo doch deren eigene Aktivitäten zu hinterfragen sind. Forderungen werden postuliert. Neue Behördenstrukturen diskutiert. ....hier weiterlesen....

Das aktuell veröffentlichte wissenschaftliche Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellt fest, dass die derzeitige Form der Geflügelfleischuntersuchung (visuelle Post-Mortem-Untersuchung) nicht genügt, um den wichtigsten biologischen Gefahren für die öffentliche Gesundheit zu begegnen. Insbesondere gesundheitliche Gefahren durch Campylobacter, Salmonella und ESBL/AmpC-bildenden Bakterien werden mit den derzeitigen Verfahren nicht erkannt.

Erforderlich seien risikobasierte Maßnahmen in Verbindung mit der verbesserten gemeinsamen Nutzung von Informationen aus den landwirtschaftlichen Betrieben und Schlachthöfen (Lebensmittelketteninformationen). Die Hauptgefahren müssten sowohl in den landwirtschaftlichen Betrieben als auch in den Schlachthöfen eingedämmt werden. Die Tierbestände und die Schlachthöfe sollten nach ihrer Gefährdung, bzw. ihrer Fähigkeit, die Kontamination von Schlachtkörpern zu verringern, eingestuft werden.

Chemische Kontaminanten stellen dem Gutachten zufolge keine unmittelbare oder akute Gesundheitsbedrohung für Verbraucher dar.

Von großer Wichtigkeit ist, dass die EFSA die Bedeutung der Fleischuntersuchung als ein wertvolles Instrument zur Überwachung der für Tiergesundheit und Tierschutz maßgeblichen Bedingungen bestätigt.

Die von der EFSA in diesem Zusammenhang für Schwein und Geflügel erstellten bzw. noch für Rindern, Hausschafen und -ziegen, Zuchtwild und Einhufern zu erstellenden Gutachten sollen die wissenschaftliche Grundlage für die Modernisierung der Fleischuntersuchung schaffen.

Die Ergebnisse des EFSA-Gutachtens bestätigen erneut die Position des BbT, dass eine Reduzierung der Fleischuntersuchung auf eine visuelle Fleischuntersuchung auch bei größeren, einheitlichen, klinisch gesund erscheinenden Tierpartien ohne zusätzliche Informationen über die Situation in den Beständen für den gesundheitlichen Verbraucherschutz ungeeignet ist.

EFSA Pressemitteilung             EFSA Scientific opinion          EFSA Technical specifications

 

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